münster: hans henning paar «homo sacer/sacre»

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Igor Strawinsky wäre sicher pikiert: Das Sinfonieorchester Münster donnert seine Komposition «Le Sacre du printemps» nur so aus dem Graben – und auf der Bühne benimmt sich die elegante Partygesellschaft völlig daneben. Nur die bloßen Füße erinnern noch an das archaische Urstück. Zu den zeitgenössischen Versionen des Jahrhundertwerks steuert der Münsteraner Tanzchef Hans Henning Paar einen recht beschwipsten Strawinsky bei – einen, der in den Abgrund taumelt.

Mit dem neuen Doppelabend «Homo sacer/Sacre» will Paar die Licht- und Schattenseiten der menschlichen Existenz ergründen. Fürs Dunkle eignet sich Strawinskys moderner Klassiker bestens.

Zunächst ist weder eine «Auserwählte» auszumachen, noch kündigt sich ein Ritualmord an. Das Opfer erschließt sich erst zu guter Letzt: Mutter Erde. «Wir stecken mitten in einer globalen Krise, die viele Gesichter hat: Bürgerkriege und militärische Interventionen, Überwachung und Terror, Ressourcenausbeutung, Hunger, Klimawandel und Naturkatastrophen», zitiert das Programmheft Paar. Angesichts menschengemachter Katastrophen scheine das Ende der Welt mal wieder bedrohlich nah. So knüpft er an die Uraufführung von 1913 an, bevor das Werk zum ...

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Tanz März 2016
Rubrik: Kalender, Seite 43
von Bettina Trouwborst

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