Balanceakt
Sie gehören in New York zu den wenigen, die Tai-Chi im traditionellen Yang-Stil auch für Tänzer unterrichten. Woher haben Sie das Wissen?
Ich begann mein Training bei meinem Vater, dem Großmeister Dong Zeng Chen, als Fünfjähriger. Wir lebten damals in der Provinz Hebei in China, einem Zentrum der Kampfkunst. 1983, als ich zwölf war, zogen wir nach Honolulu, wo ich bei meinem Großvater Dong Tung Hu Ling weiterlernen durfte, dem ich enormen Einfluss auf mein Tai-Chi verdanke. Er war einer der Ersten, die in den USA unterrichteten.
Ihm zu Ehren haben wir die Tung Ying Jie Taiji Stiftung gegründet, um die Traditionen, den Yang-Stil der Dong-Familie, am Leben zu erhalten. Es waren mein Urgroßvater und sein Meister Yang Chengfu, ein Schüler von Lu Chan, die Tai-Chi offiziell in China eingeführt haben.
Heißt es Tai-Chi oder Tai-Qi?
Tai bedeutet «groß». Für die meisten heißt «Tai-Chi» darum einfach das große Ultimative. Wir reden hier von Tai Chi quan, «quan » heißt Faust oder allgemein Kampfkunst. Es gibt aber auch «Tai chi jain», «jain» heißt Schwert. Was ich unterrichte, ist die Form ohne Waffe. Und «Qi» oder «Chi», ja, das ist dasselbe, die Energie, die in unserem Körper zirkuliert.
Tai ...
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