berlin: thomas lehmen «schrottplatz»

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Thomas Lehmen ist künstlerischer Sonderresident bei PACT Zollverein in Essen. Der langjährige Berliner und gebürtige Oberhausener moderiert seit einer ganzen Weile dort sogenannte «choreografische Dialoge» mit frei­schaffenden Kollegen. Seine eigene, auf PACT Zollverein uraufgeführte ­Produktion hat den vergangenheits­ablagernden Titel «Schrottplatz» («Schrott» machte schon die Kölnerin Barbara Fuchs zu einem vergnüglichen Stück). Aber es kommen keine halb kaputten Geräte oder Müll und Dreck in Lehmens Performance vor.

Ihm geht es um Begrifflichkeiten: Warum bezeichnen wir etwas so und etwas anderes anders? Er gibt seinen zwölf Dingen (welch jüngerhafte Zahl) auf der Bühne Nummern: der Tomate, der Axt, der Kabelrolle, dem Mikrofon, dem Stein, der Sardinendose, legt sie auf die Stuhlreihe gegenüber dem Publikum. Man fragt sich, wann die Axt die Tomate killen wird. Natürlich unterläuft Lehmen solch plumpe Erwartungen.

Die Mikrofonbirne in der einen, wendet er sich an die Tomate in der anderen Hand. «Ich muss mal mit dir reden. Was ich nicht verstehe: Wo die Menschen alle hingehen.» Weil er Mensch ist, versucht er, das Mikrofon zu verstehen und schraubt es ausei-nander. Benennt später ...

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Tanz November 2010
Rubrik: kalender, Seite 34
von Melanie Suchy

Vergriffen
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