Altehrwürdig
Man vergisst allzu gern, dass die lebendige Tanzszene Großbritanniens noch relativ jung ist. Auch wenn das Romantische Ballett ab den 1840er-Jahren in London eine Blütezeit erlebte – vor allem durch die Ballette Jules Perrots (einschließlich des berühmten, für die Starballerinen seiner Zeit geschaffenen «Pas de quatre») – hielt diese Hoch-Zeit nicht einmal zwei Jahrzehnte an.
London, womit pars pro toto das Vereinigte Königreich gemeint ist, besaß weder eine staatliche Ballettakademie, noch eine nationale Kompanie, als Serge Diaghilew mit seinen Ballets russes auf den Plan trat und zwischen 1911 und 1929 alljährlich für umfängliche Ballettprogramme sorgte, die die Kunstform neuerlich in den Fokus der Öffentlichkeit rückten. Vor Diaghilew hatte Ballett lediglich in zwei Londoner Music Halls am Leicester Square stattgefunden: im Alhambra und im Empire. Die führende Ballerina jener Zeit war die in Dänemark gebürtige Adeline Genée, in deren Fußstapfen schließlich die erste berühmte, «echt» britische Ballerina treten sollte: Phyllis Bedells.
Gestern
Die Londoner fanden wieder Geschmack am Ballett, und es war eben diese genuine Begeisterung für den klassischen Tanz, die viele von ...
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Tanz Oktober 2019
Rubrik: Praxis, Seite 68
von Mike Dixon
Prince George heißt der vermutlich prominenteste Ballettschüler aller Zeiten. Vollumfänglich handelt es sich um «His Royal Highness Prince George Alexander Louis of Cambridge», Erstgeborener des britischen Thronfolgers Prince William und seiner Gemahlin Catherine, mithin Spross einer royalen Elite, die das Tanzen als staatstragendes Exerzitium und Amüsement seit...
Man hatte diese Premiere beim «Edinburgh Festival» Anfang August mit Spannung erwartet: «The Crucible» – zu Deutsch «Hexenjagd» –, Arthur Millers weltbekanntes Theaterstück von 1953, sollte einen Höhepunkt in der Jubiläumsspielzeit des Scottish Ballet bilden, das in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert. Millers 1692 während der Hexenprozesse in der...
Boris Charmatz hat die Leitung des Centre Chorégraphique National in Rennes abgegeben, für ein anderes will er sich so schnell nicht bewerben. Ihn interessieren Institutionen neuer Art. Eine nationale französische Tanzkompanie fände er spannend, dann wären auch monumentalere Projekte möglich. Das sagte er bei «Montpellier Danse», wo sein neues Stück «infini»...
