Needcompany: "Hirschhaus"
Die Zeit stirbt nie. Der Kreis ist nicht rund. Diese Worte verbinden London mit Mazedonien in einem der besten Filme über den Bürgerkrieg in Jugoslawien, «Before the Rain» von Milcho Manchevski (1994). Ein Kriegsfotograf mischt sich an der Grenze in einen Konflikt ein. «I have to take sides.» Er habe keine Wahl, sagt er, und wird vom eigenen Bruder erschossen. Genau diesen Satz notierte im Kosovo ein anderer Kriegsfotograf. Der Prolog des Bühnenstücks «The Deer House» stellt ihn vor als den Bruder der Darstellerin Tijen Lawton. Erfunden sei nur sein Tagebuch.
Es beschreibt die Fotos, die wir nicht sehen werden. Welches Bild machen wir uns vom Krieg? Diese Frage, verknüpft mit dem Zweifel am Nächsten, «Wer bist du?», durchzieht die Trilogie von Jan Lauwers, der mit seiner Needcompany den dritten Teil bei den Salzburger Festspielen herausbrachte. Wieder ein Gebäude im Titel, nach «Isabella’s Room» und «The Lobster Shop». Jetzt Hirsche.
In einer altungarischen Legende werden Jäger in ihre eigene Beute verwandelt: eine Art Erlösung. Die Tiere sind wegen ihrer nachwachsenden Geweihe uralte Symbole für zyklische Erneuerung, «immerwährende Schöpfung» (Mircea Eliade). Die Verzweigungen der ...
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Pina Bausch wurde von Wim Wenders, dem Filmemacher, geehrt. Sie bedankte sich mit dem denkbar rührendsten Versuch eines Kusses. Wenders sagte, bei Bausch könne man erleben, was sich sonst nicht erleben lasse. Das Echte. Dafür bekam Pina Bausch den mit 50.000 Euro dotierten Goethepreis in der Frankfurter Paulskirche. Dann ging’s weiter nach Düsseldorf. Dort wurde...
Am Neujahrstag 1972 versammelte sich die französische Kulturnation erwartungsvoll vor dem Fernseher. Zum ersten Mal ging das dritte Programm auf Sendung, und wie es die patriotische Pflicht gebot, leuchteten die Farben der Trikolore aus dem Kasten: In Rot, Blau und Weiß schillerten die Kos-tüme der allerersten Ausstrahlung, die das Publikum um einhundertvierzig...
Bei den von Anita Mathieu gestalteten Rencontres chorégraphiques setzte Arco Renz dem Genre des Minimalismus mit «I!2» die japanische Krone auf. Ein Bremer, der im Brüsseler Schmelztiegel von Anne Teresa de Keersmaekers P.A.R.T.S. zum Weltbürger wurde, den es in den letzten zehn Jahren nach Asien zog. Die Folgen sind nicht zu übersehen. Das Duo mit der...
