«We Are All Marlene Dietrich FOR» in Avignon
«Ich möchte das Stück unbedingt vor UN-Soldaten aufführen», sagt Emil Hrvatin, slowenischer Co-Autor von «We Are All Marlene Dietrich FOR». Sie geben ein Handbuch heraus, das den Verhaltenskodex für Blauhelme und die Geschichte des Entertainments für Soldaten enthält. «Performance For Soldiers In Peace Keeping Missions» ist so der Untertitel. «Ich liebe Uniformen, ich hoffe es sind echte Soldaten im Publikum», säuselt das Bunnygirl.
FOR = Forces. Sie strotzen vor Kraft, von Punk bis Pom Pom.
Ómarsdóttir schmollt provokant, spuckt Schrauben, steppt und schwingt den Hammer. Sitzen fünf Ballerinen im Spagat, kippen sie bald nach vorn oder hinten wie Dominosteine oder hüpfen wie Gummibälle. Ein Angriff auf die Cancan-Figur la mitraillette – das Maschinengewehr? Im Hintergrund flimmern die Emotionen eines Soldatenpublikums, von Lachen bis Staunen.
Bevor man begreift, wie das Revue-Modell von innen umgestürzt wird, haben sie es längst vollbracht. Das Publikum, angemacht von den Girls, steht auf und schwenkt die Arme. Der Moderator im Pelzmantel fragt mit John Lennon, ob wir wirklich wollen, dass alles verschwindet: Religion, Grenzen, korrupte Regierungen, Manchester United und die ...
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