«We Are All Marlene Dietrich FOR» in Avignon

Tanz - Logo

«Ich möchte das Stück unbedingt vor UN-Soldaten aufführen», sagt Emil Hrvatin, slowenischer Co-Autor von «We Are All Marlene Diet­rich FOR». Sie geben ein Handbuch he­raus, das den Verhaltenskodex für Blauhelme und die Geschichte des Entertainments für Soldaten enthält. «Performance For Soldiers In Peace Keeping Missions» ist so der  Untertitel. «Ich liebe Uniformen, ich hoffe es sind echte Soldaten im Publikum», säuselt das Bunnygirl.
FOR = Forces. Sie strotzen vor Kraft, von Punk bis Pom Pom.

Ómarsdóttir schmollt provokant, spuckt Schrauben, steppt und schwingt den Hammer. Sitzen fünf Ballerinen im Spagat, kippen sie bald nach vorn oder hinten wie Dominosteine oder hüpfen wie Gummibälle. Ein Angriff auf die Cancan-Figur la mitraillette – das Maschinengewehr? Im Hintergrund flimmern die Emotionen eines Soldatenpublikums, von Lachen bis Staunen. 
Bevor man begreift, wie das Revue-Modell von innen umgestürzt wird, haben sie es längst vollbracht. Das Publikum, angemacht von den Girls, steht auf und schwenkt die Arme. Der Moderator im Pelzmantel fragt mit John Lennon, ob wir wirklich wollen, dass alles verschwindet: Religion, Grenzen, korrupte Regierungen, Manchester United und die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2005
Rubrik: Portrait, Seite 24
von Thomas Hahn

Vergriffen
Weitere Beiträge
CompuChoreographies

Computers are truly amazing. After hearing a glimmer of something like “Choreography in Action,” with a couple of keystrokes, one can find all sorts of information about it on the Internet. Or, perhaps it can be a little more complicated than that. Google! might suggest an article by David Longworth, in an on-line publication called “Loosely Coupled,” which...

Himmlische Stimmchen

Lächerlich gemacht habe Orlin die schwarzen Sänger ihrer Spaß-Performance, behaupteten einige nach der Premiere im Théâ­tre de la Ville. Einmal mehr spielt die Halb-Berlinerin aus Johannesburg mit dem Blick auf das Andersartige. Sie stiftet Verwirrung, in der sich mancher selbst entlarvt. Da ist der Zoom auf Nasenfront und schmat­­zende Lippen. Die Kamera schafft...

Worte helfen

Wer sagt, dass auf einem Tanzfestival getanzt werden muss? Man kann auch Karten spielen. Selbstmörder-Quartett. Yves Kleins berühmtem Sprung von einem Stuhl folgte ein weniger berühmter Sprung von Paul McCarthy aus dem zweiten Stock und dann ein unberühmter von Edgar Aho. Aus dem 14. Stock. Edgar Aho war kein Künstler, sondern ein Freund der libanesischen Performer...