fremdheit: interaktion und rhythmus
Die Damen des Balletts neigen sich auf dem Cover grazil unterm Palmwedel und sehen in diesem alten Libretto gar nicht exotisch aus. Im Gegenteil: Der geneigte Oberkörper, die abgewinkelten Handgelenke, das lange Tutu weisen sie als typische Vertreterinnen des Romantischen aus, stünde da nicht der Name Esmeralda, der dem Ganzen den Klang des Fremden gibt.
Den Spuren der Alterität (Tänze und Tanzende aus fremden Ländern) im Vertrauten (dem klassischen Tanz) nachzugehen, das haben sich Claudia Jeschke, Gabi Vettermann und Nicole Haitzinger schon seit Jahren auf die Fahnen geschrieben und immer wieder ihre Ergebnisse aus dem DFG-Projekt «Kulturelle Inszenierungen von Fremdheit im 19. Jahrhundert» veröffentlicht. Nun liegt ein über 500 Seiten starker Wälzer vor, in dem rund 100 Tanztheorien und 100 Tanzlibretti auf das Phänomen des Fremden befragt werden. Dabei werden mit «Paul et Virginie», «Le diable boîteux», «La Péri» und «La Esmeralda» vier wichtige exotische Ballette einer detailreichen Analyse unterzogen.
Ballordnungen und Körperkonzepte, Medizintheorie und Kolonialisierung, Libretti und Kritik – der Blick ist weit, die Perspektive auf den Gegenstand, der sich ja dadurch erst ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ab 1913 verlagerte Rudolf von Laban seine Suche nach einer neuen, «natürlichen» Form von Bewegung in die Schweiz, auf den Monte Verità in Ascona und nach Zürich, wo er eine eigene Schule gründete. Nach dem Ersten Weltkrieg, nach Labans Rückkehr nach Deutschland, nannte man die Bewegung Ausdruckstanz. Trotz Labans Schweizer Jahre, trotz Émile Jaques-Dalcrozes...
Rote Marmelade ist ein Zeug, das gewisse Zeitgenossen bereits am Morgen in ihren Körper befördern können. Es riecht nicht mal besonders und enthält so viel Zucker, wie man zum Einkochen braucht. Bei künstlerischer Anwendung erinnert rote Marmelade an Blut und gilt als profanstes Mittel, um Stichverletzungen, Schusswunden und dergleichen zu simulieren. Was Irina...
«Stromereien», das Zürcher Performancefestival, sucht für seine sechste Ausgabe (3.–12. Aug. 2011) Performanceprojekte, die das Gebiet entlang des Flusses Limmat sowie die angrenzenden Stadträume orts- und situationsbezogen erforschen. Die als Live-Aktionen konzipierten Arbeiten können visuell, akustisch, bewegt, installativ oder partizipativ sein, sollen maximal...
