Sommernachtstango
Meistens tanzen sie hinter verschlossenen Türen, auf glatten Parkettböden: Tangotänzerinnen in eleganten Kleidern, Tangotänzer in feinen Hemden. Der Sommer öffnet ihnen andere Räume, in München oder anderswo. Melancholische Tangomusik schallt aus Lautsprechern über öffentliche Plätze. Die Kleidung ist leger. «Open Street Milongas» heißen die Tango-Stunden, die zusehends in Mode kommen und ein Stück der lebendigen Straßenatmosphäre Argentiniens nach Deutschland bringen.
Es scheint, als mache das Tanzen unter freiem Himmel die Menschen offener – sowohl Tänzer als auch Zuschauer.
Ein Paar hat sich zum Picknick auf der Treppe niedergelassen, genießt Brot, Trauben und Wein. Jugendliche albern herum, mischen sich manchmal unter die Tango-Tänzer. «Herrlichster Raum inmitten antiker Gebäude, hohe Säulen, glatter polierter Muschelkalk-Boden, Sonnenuntergang, Blick auf einen weiten magischen Platz», so kündigt Levent Göksu seine Veranstaltung «Freiluft-Tango» in München an. An jedem regenfreien Sommerabend treffen sich Tango-Tänzer und Interessierte ab sieben Uhr auf dem Königsplatz, vor der Kulisse der Museumsarkaden. Neugierige stehen am Rand, machen Fotos oder schauen zu. «Wir sind eine ...
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Tanz August/September 2017
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Sara Mierzwa
Graz
Steirischer Herbst
Es ist die 50. Ausgabe dieses berühmten «Zeiterkundungsfestivals». Mette Ingvartsens sinnlich-erotische Körpersprache eröffnet die «Bestenlese» der Avantgarde mit «to come (extended)» – mit Tänzern in hellblauen Ganzkörperanzügen (Foto). Der österreichische Performer Simon Mayer befragt die Magie, Florentina Holzinger den «Apollon musagète»....
Immer noch entwickelt sich das klassische Ballett weiter und entdeckt für sich neue Formen. Es ist die elaborierteste, die gehobenste Tanzform schlechthin. Man sieht Tänzerinnen und Tänzer, die Dinge bewerkstelligen, die sonst kein normaler Erdenmensch hinbekommen würde, und nicht selten blitzt ein göttlicher Funke auf. Aber beim klassischen Ballett geht es nicht...
Am besten betritt man den Dark Room einzeln. Obwohl, so dunkel ist es in dem Raum dann doch nicht, den der Choreograf Jiří Kylián mit seinen Fotos bestückt. Auch ist man nicht ganz allein. In einer Ecke scheint jemand, auf einem Stuhl sitzend, auf all die Objekte aufzupassen, die sich vom Besucher greifen lassen. Beim Nähertreten meint man Sabine Kupferberg zu...
