In Transition
«Balletttänzer ist ein schwerer Beruf.» Als 17-jähriger Ballettstudent an der Münchner Heinz-Bosl-Stiftung hörte ich diesen Satz das erste Mal und hatte keine Vorstellung davon, was genau damit gemeint war. Dass die körperlichen Anforderungen durchaus beachtlich sein würden, war mir bewusst. Jedoch erschien mir die Zukunft, so ich den Schritt vom Studenten zum professionellen Balletttänzer meistern sollte, als glückliche und nie enden wollende Erfüllung meines Kindheitstraums.
Auf meine Nachfrage, was denn genau damit gemeint sei, antwortete mir die große Konstanze Vernon damals, dass der Tänzerberuf eine sehr intensive und beglückende, aber auch eine sehr kurze Laufbahn sein würde. Mit spätestens Ende 30 ist es vorbei, und es wird sehr schwierig sein, einen zweiten Beruf zu finden, der ähnlich viel Hingabe erfordert – so formulierte es Konstanze Vernon. Doch aus meiner damaligen Sicht waren die vor mir liegenden 20 Jahre ein ganzes Leben, und ich fand es abwegig, diese Zeitspanne als kurz zu bezeichnen. Ich wollte tanzen, und ich habe getanzt – mit Leidenschaft. Dann fiel irgendwann der letzte Vorhang, und ich musste unweigerlich an Konstanze Vernon und ihre Einschätzung denken.
...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Februar 2019
Rubrik: Hinter den Kulissen, Seite 62
von Michael Banzhaf
Deutschland
Alfter
Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft
Tanz/Eurythmie auf der Bühne, in Pädagogik, Therapie sowie im öffentlichen Raum. Weltweit große Nachfrage in allen Berufsfeldern. 4-jähriges Bachelorstudium und Aufbaustudiengänge mit Abschluss Master of Arts, Fachgebiet Eurythmie Leitung: Prof. Alexander Seeger. Villestr.3, D-53347 Alfter Tel....
Lausanne: Swiss Dance Days
Die Schweiz zeigt das «Best-of» ihres zeitgenössischen Tanzschaffens diesjährig unter dem Motto: «La -Suisse n’existe pas!». Der Slogan,1992 geprägt durch den Schweizer Fluxus-Künstler Ben Vautier, betont wohl kaum den nationalistischen, mehr den verspielten Anspruch, den so bekannte Erfolgsproduktionen wie «Fun!» von Lea Moro (tanz...
Frau Barandun, Sie haben einen sehr überzeugenden Leitfaden zur «Ersten Hilfe für die Künstlerseele» verfasst. Was macht Künstlerseelen therapiebedürftig?
Weniger therapie- als unterstützungsbedürftig. Bühnenkünstler versuchen, im Spannungsfeld zwischen Rolle und Sein gesund zu bleiben. Sie müssen feinfühlige Künstler sein, die die eigene Persönlichkeit, den...
