Umsonst & Draussen
befinden sich die besten Plätze. Seit Jahr und Tag gilt das für die Rockmusik, für das Freilufttheater, für den Tanz. Bei ihm hat die Frischluft schon aus Tradition einen rebellischen Aspekt. Die legendäre New Yorker Judson Church kletterte die Hauswände hoch. Zuletzt ließ die Berliner Choreografin Be Van Vark in «Urban Delights» alles – vom Alex bis zum Stahlgerippe des Volkspalasts – betanzen. Diese «Eroberung des öffentlichen Raums», wie sie seit vierzig Jahren genannt wird, hat auch was Trauriges. Verlässt der Tanz doch die subventionierten Öfen.
Setzt sein Publikum auf Bierbänke. Aber mal positiv gedacht: Erobert der Tanz so nicht genau die Plätze, die man früher «Allmende» nannte: Orte, auf die niemand Anspruch nur für sich hat: Märkte, Parkanlagen, Straßen, die längst viel zu euphemistisch der «öffentliche Raum» genannt werden? Heute sind sie privatisiert wie Bahnhöfe und Einkaufszentren oder unterstehen durchs Ordnungsamt einem Recht, das immer minutiöser definiert, was im öffentlichen «Kulturbesitz» geschehen darf. Immer weniger.
Vielleicht kein Wunder, dass mit zunehmender Ordnung im gemeinschaftlich nutzbaren Raum – eben der Allmende – der größte Irritator, der Tanz, ...
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Die Idee scheint bestechend: Man nehme ein Tanzarchiv, das bisher lediglich in Form eines eingetragenen Vereins organisiert ist, und mache daraus ein «richtiges» Archiv, das fortan angegliedert ist an eine Universität. Schon schießen die Träume und Visionen aller Tanzbegeisterten ins Unermessliche: Endlich scheint die viel gewünschte, oft erhoffte Anbindung eines...
Wunder der Prärie,
das waren bis dato 400 Stunden Tanz und Performance anlässlich der 400-Jahrfeier der Stadt Mannheim, verkleinert auf den Zeitmaßstab von 1: 8760. Dafür nahezu nonstop. Mit dabei: hina Strüver, genannt die Außerirdische, deren performative Installationen mit einer gewissen Sehnsucht spielen, bloß nicht hier und bloß nicht jetzt zu leben. Nicht in...
Dass Nina Vyroubova in den 1960er Jahren auch der Hamburgischen Staatsoper Starglanz verlieh, hat man hierzulande längst vergessen. In Frankreich dagegen war die gebürtige Russin nach wie vor eine Größe, obwohl sie sich nach dem Ende ihrer pädagogischen Tätigkeit ganz ins Privatleben zurückgezogen hatte. Viele Jahre über war sie schließlich die Muse von Roland...
