Jenseits

Massimo Furlan spielt noch einmal den Fußball-Sieg der DDR am 22. Juni 1974. Allein. Als Torschütze Jürgen Sparwasser. 34 Jahre später. Bei Theater der Welt in Halle

Tanz - Logo

Nicht alles ist Tanz. Aber überall ist Tanz. Wie beim Siegtreffer der DDR am 22. Juni 1974 gegen die BRD während der Fußball-WM. Der Schütze: Jürgen Sparwasser. Hamburger Volksparkstadion, 21.03 Uhr. 34 Jahre später spielt, tanzt, dribbelt der Schweizer massimo furlan noch einmal diese Partie, 90 Minuten, allein, aber akkurat: jede Bewegung von Jürgen Sparwasser. Im Wabbelstadion in Halle, zu Theater der Welt, erhalten die Zuschauer am 22. Juni ein Transistorradio und können wählen zwischen altem Original-Ost und dem Original-West-Kommentar.

Damit sie zu diesem Solo noch einmal den Freudentanz aufführen, zum 1:0 der legendären Nummer 14 – in einer perfekt rekonstruierten Choreografie ohne Mannschaft und ohne Ball. Gibt es übrigens auch in der Version Österreich – Deutschland. Hans Krankl ermöglichte 1978 das Wunder von Córdoba – Massimo Furlan gibt den legendären Siegtreffer noch einmal wieder: am 16. Mai zu den Wiener Festwochen im Gerhard-Hanappi-Stadion.

© Pierre Nydegger & Laure Ceillier

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2008
Rubrik: Jenseits, Seite 82
von Pierre Nydegger, Laure Ceillier

Vergriffen
Weitere Beiträge
Toshiki Okada: «Free Time»

Upcoming Japanese theatre director Toshiki Okada explores inventive methods of contemporary acting, focusing especially on the dissimilarity of physical movement from text. Since establishing his own company, chelfitsch, (from a child’s pronunciation of “selfish”) in 1997, he has questioned the predominant acting style of conventional theatre’s Stanislavski-method...

Loïe Fuller

 

 

Loïe Fuller ist die berühmte Rolls-Royce-Kühlerfigur. 1862 in Fullersburg, Illinois, geboren, wurde die berühmte Avantgardistin des Tanzes dreißig Jahre später auf den Folies-Bergères-Plakaten von Henri de Toulouse-Lautrec zur Heldin von Paris verhübscht.

In Wirklichkeit war Loïe Fuller stämmig, nicht besonders beweglich, auch nicht mehr ganz jung. Aber nach...

Urs Dietrich: «Voice»

Sie ist die schrillste Stimme mechanischer Kommunikation. Eine Trillerpfeife eröffnet Urs Dietrichs neue Choreografie am Bremer Tanztheater. Die Akteure tasten sich auf der Schwelle zwischen privatem Körper und Kunstgestalt in Rollen und Identitäten, lauschen still in sich hinein. Horchen an lautsprecherähnlichen Kästen an der Wand.

Ein Rednerpult suggeriert...