das geschlecht ist egal
Marco Goecke, hat «Orlando» Sie gefunden, oder haben Sie «Orlando» gefunden?
Das Buch kenne ich noch aus Münchner Zeiten. Als ich dort studierte, lief der Film von Sally Potter mit Tilda Swinton in der Titelrolle, den ich damals toll fand. Heute finde ich ihn nicht mehr so spannend. Das Buch hatte ich schon viel früher gelesen, es war immer in meinem Kopf wie im Repertoire, neben anderen Büchern von Virginia Woolf, die ich eigentlich viel intensiver fand. Dann meinte ein Bekannter bei einem Abendessen in Leipzig, aus «Orlando» müsse man ein Ballett machen.
So ist die Idee vor etwa drei Jahren entstanden. Und als ich jetzt für Stuttgart etwas Größeres machen wollte oder sollte, habe ich «Orlando» gesagt.
Bereuen Sie das?
Nicht richtig bereuen, aber manchmal lese ich das Buch und denke, o Gott, das kann man gar nicht alles einfangen.
Da tut sich der Film leichter.
Ja, aber so ein Ausstattungskram ist ja naheliegend. Was übrig bleibt, das ist doch etwas ganz Emotionales, eine verzweifelte Suche von Woolf, mit Sprache etwas von dem festzumachen, was sie empfunden hat. Auch die philosophischen Gedanken sind viel wichtiger als die opulenten Bilder. Natürlich spiele ich mit denen ...
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