vladimir malakhov, warum tanzen tiere?
Vladimir Malakhov
Sie haben gestern Abend Jerome Robbins’ «Faun» getanzt. Was für ein Faun ist das für Sie? Der Faun von Robbins ist ein Mensch mit sexuellem Begehren. Der von Nijinsky, den ich später choreografieren will, ist sehr viel tierischer. Die Bewegungen von Robbins folgen eher menschlich dem Wunsch nach der Frau, die Bewegungen von Nijinsky mehr dem Instinkt oder dem Trieb eines Tiers. Ich finde das interessant. Der Mensch ist ruhiger, neigt zum Abstrakten, er versteckt das Begehren.
Weil das sexuelle Begehren oft selbst als tierisch bezeichnet wird? Natürlich, und wenn man das philosophisch betrachtet, enthält auch Robbins’ Faun etwas Animalisches. Denn die getanzten Posen kommen vom Tierischen, alles kommt vom Tierischen, weil wir davon abstammen.
Ballett erscheint als das Gegenteil des Tierischen, auch wenn es «Schwanensee» oder «Feuervogel» heißt. Ich weiß nicht, aufgrund welchen Konzepts die Tiere ins Ballett geraten sind. Warum sind das alles Vögel? Ich persönlich mag auch andere Tiere, alle Tiere, die ganze Fauna. Ich liebe den körperlichen Kontakt zu Tieren, sie machen mir keine Angst. Aber im Ballett hat man Angst vor dem Bösen. Tierisches Verhalten kann schlecht ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Angekündigt waren zuerst nur ein Solo für Shantala Shivalingappa von Ushio Amagatsu und eins von Pina Bausch. Die nächste Aussendung wusste von einem dritten Solo, kreiert von der Interpretin selbst. Dass es am Schluss noch ein viertes geben würde, gestaltet von Savitry Nair, erfuhr das Publikum im Théâtre de la Ville mündlich, direkt vor Beginn. Verdichtet hat...
In 2005, Portuguese choreographer Rui Horta presented a piece called “Set Up” as part of a trilogy that, in general terms, sought the place of the body in this vicious world. This implied for him the use of technology to explore the vagueness that today’s fast-moving times have imposed on the body. “Set Up” was far removed from the consistency of “Pixel,” his 2003...
Beim Amtsantritt am Dresden SemperOper Ballett verhieß der neue Direktor seinem Publikum noch ein «verschlanktes Dornröschen» und damit eine Arbeit, in «die ich das neue Vokabular, das ich getanzt habe, einbringen will». «Was mich interessiert», so Aaron S. Watkin im Gespräch mit ballet-tanz, «sind die originalen Tempi, die ich in meiner Version wieder ermöglichen...
