wozu residenzen?
Einmal Kaiser sein und wie weiland Karl V. von Residenz zu Residenz ziehen, das ist heute das Schicksal hunderter Choreografen. Quer durch Europa wird logiert, geprobt und geforscht. Nur eins wird zunehmend verpönt: ein richtiges Stück zu entwickeln. Es gibt kaum eine Kommune, die keine Künstler aufnimmt, selbst 5-Sterne-Hotels bieten mittlerweile Logis und schmücken sich als «Kulturort». Aber wozu ist das gut, wenn gleichzeitig Gastspiele reduziert und Produktionskosten gesenkt werden? Nicht wenige Choreografen haben aus dem Residenzdasein ein regelrechtes Kunstkonzept gemacht.
«Man sehnt sich so danach», sagt Christine, «irgendwann in der Realität anzukommen.» Auf diese Realität wurde sie ihr Leben lang vorbereitet. Jetzt will sie auch mal in dem Leben ankommen, von der ihr die Schule, der Tanzunterricht und die Sommerferien immer erzählt haben. Sommers nahm sie Tanzkurse bei «ImPulsTanz» in Wien. In Frankfurt gab es ein «Sommerlabor mit richtigen Intellektuellen». Eigentlich wollte sie einfach in einer Kompanie tanzen. Ihren Koffer rollte sie von Audition zu Audition. Aber jeden Tag im Studio die Bewegungen zu wiederholen, die nicht ihre waren: Das war nicht mehr ihre Sache. ...
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Er war ein Philosoph als Tanzlehrer, der japanische Butoh-Künstler Kazuo Ohno – und eine der ältesten Bühnenpersönlichkeiten der Welt, einer, der mit jedem seiner charmanten Auftritte noch als 97-Jähriger den Körper an seine Grenzen führen konnte.
Besessen von einem eigensinnig eleganten und sehr einfachen Bewegungsstil, ging es Kazuo Ohno im Tanz um die...
Heinz Spoerli,
in einem Interview aus dem Jahr 2006 sagten Sie, Sie hätten Angst um das Ballett, dass es von den Bühnen verschwinden könnte. Geben Sie Entwarnung, oder sehen Sie diese Gefahr immer noch? Diese Befürchtung habe ich weiterhin. Genauer gesagt: Der künstlerische Tanz ist gefährdet. Mir geht es nicht um die Frage: klassischer oder moderner Tanz. Ich habe...
Ikebana, Bonsai oder Okimono schmücken traditionellerweise die Ausstellungsnische in japanischen Empfangsräumen, die Tokonoma. Mit seinem gleichnamigen, 2007 begonnenen Triptychon knüpfte der Choreograf Ludger Lamers an diese Idee der Schaunische an. Mit dem Duett «Le sceptre et la marotte» und der Sängerin Silvia Teixeira schloss Lamers die Trilogie im vergangenen...
