Lernen beim Löwen

Die Joop van den Ende Academy in Hamburg. Musical ist auch nicht mehr das, was es war – sondern eine Kunst, die man lernen kann. Klaus Witzeling hat sich umgeschaut

Tanz - Logo

«Beim grand plié kommt die Wahrheit zu Tage.» Tanzdozentin Susanne Schubert korrigiert ­einzeln die fünf Schüler im Ballettunterricht für Fort­geschrittene. Zum schwungvollen Walzertakt übt sie mit ihnen Pirouetten, Schritt- und Sprungkombinationen aus dem Allegro, die Balletteleven alle Ehre machen würden. Doch der Traum der jungen Leute, die hier vor den Spiegeln schuften und schwitzen, ist es keineswegs, in der ersten Reihe von John Neumeiers Kompanie als Solisten zu glänzen. Sie wollen ­Karriere machen als Musical-Star im beinharten Show­geschäft.

Einige von ihnen haben es bereits in den zweiten Jahrgang der nagelneuen Joop van den Ende Academy in Hamburg geschafft.
Seit September 2003 läuft der Unterricht in der  Nachwuchsschmiede der Stage Holding Company. Am Nordrand der Hamburger HafenCity, im historischen Handelszentrum an der Kehrwiederspitze, hat sich der Entertainment-Konzern einquartiert. In zwei Backsteingebäuden des Blocks D in der Speicherstadt, malerisch am Fleet gelegen, ­befindet sich die für sieben Millionen Euro auf 9500 Quadratmetern ultramodern ausgestattete Stage-Holding-Zentrale Deutschland. Der Standort im Herzen des Kommerzes spricht für sich. Und ist ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2005
Rubrik: Schulen, Seite 72
von Klaus Witzeling

Vergriffen
Weitere Beiträge
Graz

Graz war 2003 Kulturhauptstadt. Nun steht die zweitgrößte Stadt Österreichs vor der Pleite. Trotzdem soll ein Tanzhaus entstehen. Ungeachtet eines Schuldenbergs von rund 700 Millionen Euro. Aber das lokale Tanznetz Steiermark ist optimistisch. Das Tanz-Haus wird auch eher eine Tanz-Etage, 320 qm groß, in einem Palais mit zwei Ballettsälen und zwei Studios sein. Das...

Wer träumt von wem?

Rückgang der Besucherzahlen, Konkurrenz und knapper werdende Finanzen zwingen auch Ballettkompanien, sich mit dem Thema «Marketing» zu befassen. Was in amerikanischen Theatern seit je gang und gäbe ist, stößt in Europa noch immer auf Misstrauen: Gelten in der Kultur nicht andere Werte als die ökonomischen? Führt Marktorientierung nicht zum Abbau künstlerischer...

Stichprobe: Das Mariinsky-Ballett

Die Russen kommen, die Russen ­kommen! Kein Jahr vergeht, ohne dass das Mariinsky-Ballett St. Petersburg seine eigene «Saison» im Großen Festspielhaus Baden-Baden bestreitet. Doch Gefahr, die Gastspieltätigkeit könnte sich eines Tages erübrigen, besteht nicht. So lange selbst Kritiker namhafter Tageszeitungen allen Ernstes von einer «Schwa­nensee»-Ballerina...