Vorhangene Zukunft

Im Jahr 2023 wird ballet-tanz 29 Jahre alt. Ihr slowenisches Pendant, die Zeitschrift Maska, will 2023 ihre zweihundertste Ausgabe drucken. Aus diesem Anlass befragte in Ljubljana die Ausstellung «2000+23» im Museum für Moderne Kunst 60 Künstler nach der Zukunft. Fünfzehn von ihnen sind Choreografen. Ein sattes Viertel. Wird es dem Tanz 2023 besser gehen?

Tanz - Logo

Nein

sagt Vlado Gotwan Repnik. Wir sitzen in einem alten Café in Ljubljana. Repnik choreografiert Theatervorhänge, lässt sie öffnen und schließen, heben und senken. Ihre schwingenden Bewegungen findet er interessanter als die von Tänzern. 2023, sagt er, wird die alte Trennung der Künste aufgehoben sein. Choreografie wird schon jetzt immer theaterlicher. Theater immer choreografischer. Es setzt sich fort, was in den 1980er Jahren durch Globalisierung, Internet und den Fall des Sozialismus begann.

Alle Künste antworteten auf die Beschleunigung mit Langsamkeit: Robert Wilson, Jan Fabre, Hans-Peter Kuhn. Im Schneckentempo fanden die Künste zusammen. Die Maler, die Choreografen, die Musiker. Heute in solch langsamen Kollektiven zu arbeiten, sei gut, sagt er. Einander widersprechende Künstler wittern besser, was der Menschheit droht. Kunst könne warten und beobachten, was unbewusst und politisch tatsächlich geschieht. Die Welt 2023 wird noch schneller sein als heute. Nur niemand wird schneller tanzen, malen, filmen. Kunst werde den mentalen Desastern antworten, die aus ökologischen, neo-imperialen und medizinischen Katastrophen entstehen. Sie werde beobachten, wie Menschen an einer Ampel ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2006
Rubrik: Körper, Seite 66
von Arnd Wesemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Unsere Zukunft

Erwachsene haben es gut. Sie kennen schon alles. Und was sie nicht kennen,  interessiert sie nicht. Wäre das die Haltung von Schülern, die meisten würden 24 Stunden Playstation-Action mit beiden Daumen wegdrücken, aber bloß nicht ihren Arsch, geschweige denn ihr Bein hochkriegen. Gut, dass es Erwachsene gibt, die nicht länger zusehen können, wie ihre Kinder mit...

Melissa Hayden

Ballerina and teacher Melissa Hayden – called by Lincoln Kirstein “the nearest thing to a ‘star’ in our starless company” – died this past August of pancreatic cancer at her home in Winston-Salem, North Carolina. She was 83.
Hayden, a native of Canada born as Mildred Herman danced with the (now-disbanded) corps de ballet of Radio City Music Hall, and,...

Nigel Charnock

Nigel Charnock’s three year contract with the Helsinki City Theater Dance Company is over and another man has stepped in to lead the group of ten top dancers. The new director, for two years as of January 2006, is one of the dancers: Ville Sormunen. Previously Charnock‘s choreographic assistant and administrative hand, Sormunen already had experience of sitting...