Goyo Montero :«Benditos Malditos»
Goyo Montero
«Benditos Malditos»
Nürnbergs neuer Ballettchef feierte seinen Einstand nicht auf einer der großen Bühnen des Staatstheaters, sondern in der Tafelhalle. Egal, ob das nun Understatement ist, logistische Notwendigkeit oder Publikumskreis erweiternder Kunstgriff, irgendwie zu bescheiden wirkt es doch. Immerhin lernt man so die «Benditos Malditos» aus der Nähe kennen.
Der Madrilene Montero scheint ein Enthusiast zu sein; gebraucht große Wörter, benutzt sie mit Emphase.
Die gleiche Gefühlsintensität steckt er in die Auswahl der poetischen – und politischen – Lieder, die den Abend begleiten. Möchte, scheint’s, alles und alle in eine große, heiße Umarmung einschließen. Meint mit den titelgebenden gesegneten Verdammten die Tänzer dieser Welt, auch seine. Die natürlich wirklich hart arbeiten, wie man gerade an den Verausgabungen sieht, die dieses Stück (wenigstens streckenweise für Einzelne) bereithält. Dennoch, die pathossatten Vokabeln scheinen ein bisschen stark für ein Revueprogramm mit Jackett, Melone und viel weiblicher Haut. Nein, die Kostüme der Frauen verdienen tatsächlich gesondert Tadel. Sie sind so unbedarft misogyn und dabei nicht mal zweifelhaft schmeichelhaft. ...
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