Wie der Fußball aus dem Tanz entstand

Guter Fußball muss eine Kombination aus tänzerischer Eleganz und fußballerischer Effizienz sein. Warum der Fußball bei jedem guten Spiel seine Herkunft aus dem Tanz verrätt, erzählt Christoph Bausenwein

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Beim Fußball geht es nicht nur darum, dass das Runde ins Eckige gestoßen wird. Ohne die Welle «La Ola», ohne die Schmähgesänge und Triumphlieder der Fans, ohne Trommeln und Klatschen, ohne elegische Hymnen («You‘ll never walk alone») wäre der Fußball im Stadion eine ton- und trostlose Angelegenheit. Wo Stimmung herrscht, ist der Tanz nicht weit. Tatsächlich findet der, in der Regel nach dem gelungenen Torschuss, auf dem Spielfeld statt. Freudetrunkene Spieler drehen Jubel-Pirouetten und tanzen miteinander Ringelreihen.

Während der WM 1990 in Italien ist Kameruns Fußball-Held Roger Milla berühmt geworden für die «Tänzchen an der Eckfahne», mit denen er jedes seiner Tore feierte. Nach dem Endspielsieg bei der WM 2002 in Yokohama zelebrierten Brasiliens Spieler auf dem Fußballplatz ein Samba-Fest. Klar, dass in beiden Fällen natürlich auch den Fans die Tanzlust in die Glieder fuhr. Fußball scheint den Tanz herauszufordern, und so ist es wohl kein Wunder, dass Tanz und Fußball neuerdings auch auf der Bühne zueinander finden. Im Musical «African Footprint» werden Füße und Bälle zu Trommeln, und die Brasilianerin Deborah Colker macht in ihrer Choreografie «Maracanã» den Zuschauerraum zur ...

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Tanz Januar 2006
Rubrik: Ball und Bälle, Seite 28
von Christoph Bausenwein

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