Jung, arabisch, wütend
Bagnolet liegt am östlichen Rand von Paris. Vom Büro der Rencontres Chorégraphiques Internationales de Seine-Saint-Denis zur Place de la République sind es Luftlinie fünf Kilometer. Mit dem Fernrohr müsste man ihn vom Hochhausdach sehen können, ein paar Zentimeter südlich davon die Bastille und die Place de la Nation. So nah ist der Rand an Frankreichs Zentrum. Von der Reibung, die er erzeugt, hören, lesen, sehen wir, seit vor knapp anderthalb Jahren in den französischen Vorstädten die Autos brannten. «Banlieue» übersetzen deutsche Medien gar nicht mehr.
Das Phantom scheint bekannt.
Wir sitzen im sonnigen ersten Stock einer Habitation à Loyer Modéré, kurz HLM – das ist einer dieser charmanten Sozialwohntürme, die man ähnlich auch in Berlin-Gropiusstadt findet. Wenn man, wie Festivaldirektorin Anita Mathieu und ihr sechsköpfiges Team, die ganze Etage belegt, ist es gar nicht mehr eng und deprimierend. Bei gutem Wetter. Die erste Frage drängt sich auf:
Sie arbeiten, aber wohnen Sie auch in der Banlieue? Nein, aber nah dran. Ich wohne vier Métro-Stationen von hier. So gravierend ist der Unterschied nicht, wie die Medien das erscheinen lassen. Banlieue ist nicht überall Getto. Es gibt ...
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If you have ever had to smell a dancer’s feet inches from your nose, heard him breathe heavily above your head or had to turn your head 360 degrees to follow him slithering away around you while at the same time not being able to see any part of your own body and, what’s more, had to watch your own balance and make sure you don’t lose your footing, the chances are...
Martin Schläpfer einen ungewöhnlichen Künstler zu nennen, ist keine Übertreibung. «Ballett», erinnert sich sein älterer Bruder, der Psychiater Rudolf Schläpfer, «erfasste ihn in rätselhafter Weise von einem Tag auf den anderen mit solcher Wucht, dass sich alle bürgerlichen Zukunftsvorstellungen auflösten». Im Tanz, in der Choreografie das auszudrücken, was ihn im...
«Er ist einzigartig», meint Alex Ursuliak im Souvenirprogramm. Der ehemalige Direktor der Stuttgarter John Cranko-Schule hegt keinen Zweifel: «Es gibt nicht die geringste Spur der Kopie eines anderen, und man sollte ihn auch mit niemandem vergleichen. Er ist definitiv: Vladimir Malakhov.» So feiert der Intendant des Staatsballetts Berlin sein 20-jähriges...
