Mackie Messer
Joachim Lang, Sie bringen Brechts «Dreigroschenoper» ins Kino, aber anders als im Original wird in Ihrem Film ohne Unterlass getanzt. Warum?
Weil Brecht bis heute oft als grauer Dogmatiker herhalten muss. Das Bild ist sicher falsch. Er hat ein Ballett entworfen, «Die sieben Todsünden der Kleinbürger», und er hat ununterbrochen versucht, die Grenzen zwischen den Künsten zu überschreiten. Ein Schlüsselzitat von ihm kommt auch im Film vor, es besagt: Eine Fotografie der Krupp-Werke sagt nichts über die Wirklichkeit der Krupp-Werke.
Darum braucht es eine Kunst, die das Wirkliche durchsichtig macht, durch Theater, Film, Literatur, Musik und eben Tanz.
Eric Gauthier, Sie haben den Film choreografiert, viele der Tänze erinnern ans Berliner Cabaret der 1920er-Jahre.
Ein paar Szenen, etwa im Puff, sind schon sehr Berlin-style. Es geht um den Schwung, der den Film wie ein Musical antreibt.
Zum Beispiel, wenn der Polizeipräsident über seine Beamten herrscht, die sinnlos Papiere rhythmisch stempeln …
Lang: Das ist eine echte Szene aus der «Dreigroschenoper», die noch nie gespielt wurde. Ich fand sie in den Fragmenten von Brecht. Eine Uraufführung! Im Film gibt es, anders als bei den drei ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August/September 2018
Rubrik: Produktionen, Seite 21
von Arnd Wesemann
«Slawisches Temperament» liegt ihnen im Blut, und der Bitte des Prager Ballettdirektors Filip Barankiewicz, wenigstens ein Musikstück eines slawischen Komponisten aufzugreifen, wollte sich keiner der drei Nachwuchs-choreografen verweigern: Ondrej Vinklát, Erster Solist des Nationaltheaters und im Nebenberuf Komponist, setzte sich mit einer «Dumka» von Antonín...
Night Fever
Bevor es eine freie Szene mit eigenen Bühnen gab, existierte der sogenannte «Underground»: die Clubs der 1960er-Jahre. Sie stellten alte Normen infrage und schufen Gegenwelten. Was wenige wissen: Das erste Epizentrum lag in Italien. Clubs wie das «Piper» in Turin (1966) und «Space Electronic» in Florenz (1969) wurden von progressiven Architekten...
Eigentlich kommt sie von der Performance her, hat Tanz und Drama am renommierten Roehampton Institute der University of Surrey studiert, bevor sie an der Royal Central School of Speech and Drama noch einen zusätzlichen Abschluss im Fach Lighting Design draufsetzte – ein wegweisender Entschluss, der den Grundstein für ihre späteren Erfolge in aller Welt legte....
