freiburg: joachim schlömer «engel der verzweiflung»
«Angelus Novus» hat Paul Klee sein Aquarell genannt, das 1920 in Weimar entstand. Bis zu seinem selbst gewählten Tod hat es Walter Benjamin begleitet, der das Bild in seinem Buch «Über den Begriff der Geschichte» so beschreibt: «Seine Augen sind aufgerissen, sein Mund steht offen und seine Flügel sind ausgespannt. Der Engel der Geschichte muß so aussehen. Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet […] Aber ein Sturm weht vom Paradiese her», und der «treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft, der er den Rücken kehrt».
Als «Engel der Verzweiflung», um ein Wort von Heiner Müller zu zitieren, erlebt der «neue Engel» sein choreografisches Comeback: In einen paillettenbesetzen Bikini gekleidet, das Antlitz unter einer Perücke verborgen, versetzt ihn Joachim Schlömer zu Anfang in einen Schwebezustand, den das barocke Schlaflied illustriert, das Cristina Zavalloni auf dem Boden kniend singt. Aber auch ein Engel erwacht einmal, wenig später findet sich Maura Morales auf einer Erde wieder; hier drehen sich die Menschen immer schneller im Kreis ihrer Laster und Leidenschaften.
Das ist durchaus wörtlich zu verstehen. Im ersten Teil der «Produktionen mit TänzerInnen, Sängerinnen und Musikern» ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Vier dieser slowakischen Herren – Milan Herich, Peter Jaško, Anton Lachký und Milan Tomášik – teilten schon als Kinder die Bühne beim Volkstanzfestival «Východná». Fünfzehn Jahre später trafen sie sich in Belgien wieder. Martin Kilvády, am ersten Studienort der vier in Banská Bystrica geboren, kam hinzu. In Brüssel zogen sie zusammen, gründeten 2006 das...
Es ist kein Tanzfilm, es ist der unaufhaltsame Fall der Greta M. Die arbeitslose Architektin in der Berliner Townhouse-Hölle aus wohl versorgten Hinzuverdienerinnen mit alarmgesicher-
ten Kinderwagenabstellplätzen wird nie wieder ihren Beruf ergreifen. Man braucht sie so wenig wie eine gelernte Ökonomin des Marxismus, die als Striptease-Tänzerin in Wien überlebt....
«Der Boxer tanzt, er weiß es nur nicht», glaubt Mourad Merzouki. Er schwang früher selbst die unförmigen Handschuhe, als er in der Banlieue von Lyon so ziemlich alles ausprobierte, was man mit einem jugendlichen Körper anstellen kann. Bis er über den Zirkus beim Hip-Hop landete. Heute trägt er Halbglatze und leitet das Centre Chorégraphique National in Créteil....
