groningen: laor, sheinfeld, levi «big mouth»
Im Gleichschritt, rechts, links, rechts, links, ziehen sie zu dritt im Viereck über die Bühne. Ruhig, nicht zu langsam, keineswegs aggressiv, trotzdem entschlossen. Vielleicht das souveräne Militär von morgen. Dann erste Veränderungen in der kleinen Einheitsformation aus zwei Männern in Schwarz und einer Frau in Blau-Weiß: Richtungswechsel, Rückwärts- und Kreuzschritte, Schwingen und ab und an ungebührliches Schlenkern der Arme.
Im semimilitärischen Bewegungsablauf sind Volkstanzschritte zu erkennen – zweifellos herrscht eine Nähe zwischen einer eigentlich positiven und einer durchaus problematischen Art der Gemeinschaftsbildung.
Die Tänzerin fällt aus der vereinheitlichten Bewegung, wird zum Zentrum aller Begegnungen, agiert aktiv und passiv, ist der emotionale Brennpunkt des Stücks: Freudig erregt läuft sie auf ihre Partner zu, wird von ihnen hin und her geworfen, um die Schultern gefasst und mit dominanter Zärtlichkeit von ihnen abgeführt. Chancen und Zwänge des Kollektivs, welches das ausbrechende Individuum gewähren lässt, es entschieden zurückholt – so einfach führen Oren Laor, Niv Sheinfeld und Keren Levi vor, wie Israels Gesellschaft im Inneren und in ihrer ganzen ...
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Der Kathak-König ist wieder da. Erneut mixt der in London gebürtige Bangladeschi die Kulturen dieser Welt. Diesmal nicht in der Warteödnis eines Großflughafens, sondern weit riskanter, draußen auf der Startbahn. «Vertical Road» heißt sein neues Werk – zu Deutsch die «Himmelsleiter», die, für die Engel gebaut, einen Weg vom Weltlichen ins Spirituelle erlauben...
Sie beendeten 1994 Ihre Tanzausbildung an der Rotterdamse Dansacademie, begannen als freischaffende Tänzerin bald auch zu choreografieren und zu unterrichten. Seit dem Jahr 2000 arbeiten Sie im Ensemble von William Forsythe, unterrichten an Profi-Ausbildungsstätten in Frankfurt, Limerick, Linz und leiten Workshops für Amateure.
Ich hatte ein breites Training in...
Ein Tabu ist etwas, über das allgemeines Stillschweigen bewahrt wird. Aber nicht, weil es zum betreffenden Thema nichts zu sagen gäbe – im Gegenteil: All die im Kollektivbewusstsein angesammelten Klischeevorstellungen und Vorurteile machen aus der Thematisierung eines Tabus sehr schnell eine Angelegenheit, die je nach Standpunkt und Geschmack als willkommene...
