komm, lach mit mir
Yvonne Rainer betitelte 2006 ihre Autobiografie mit dem Statement «Feelings Are Facts». Emotionen als Tatsachen, als Fakten, als: Realitäten! Diese These beinhaltet in einer Nussschale ein ganzes Manifest der künstlerischen Arbeit Rainers: die Aufhebung der Grenzen zwischen Kunst und Alltagsleben; die Anerkennung der gesamten Skala von Emotionen, Erfahrungen, Erinnerungen als performative Akte. Bewegung und Emotionen sind für Rainer zwei parallele, mitunter auch gegenläufige Dimensionen von Wirklichkeit.
Die Widmung ihrer Memoiren deutet darauf hin: «For Ivan, who came running … / and Audrey, who laughs …». Laufen und Lachen. Zwei Arten der Bewegung, zwei sehr unterschiedliche Körperäußerungen, die nicht möglich sind ohne eine höchst fein abgestimmte Synchronisation multipler motorischer und neuronaler Prozesse – und zwei Aktionen, die wesentlicher Bestandteil sozialer Kommunikation sind.
Gehen, Laufen oder Stehen sind als elementare Bewegungsformen von Tanz und Choreografie oft reflektiert. Jedoch Lachen? Kann man Lachen – als Affektäußerung, als Körperphänomen – als ein Tanzen denken? In der Emotionsforschung und in der Gelotologie, der Wissenschaft vom Lachen, werden eher die ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: Kleine Anlässe, große Wirkung, Seite 118
von Gabriele Brandstetter
Die Wolfsburger Autostadt des VW-Konzerns hat den Touch einer «brave new consumer’s world»: Der Rasen wächst so grün und dicht wie in den Gärten der Hollywood Hills, die Bauten gleichen der Kulisse einer Architektur-Biennale, und der Service ist so freundlich, als würde das Personal jeden Morgen von Ex-Ballerinen auf Lächel-Kurs getrimmt. Wenn hier einer auftaucht...
Brigitte Lefèvre, Sie haben am Pariser Opernballett ein Repertoire aufgebaut, das von Pina Bausch bis William Forsythe, von Filippo Taglioni und Pierre Lacotte bis Wayne McGregor reicht. Also von tradition totale bis innovation totale. Dabei war nicht nur fast alles vertreten, was in der Welt des Tanzes Rang und Namen hat – sondern auch jede denkbare emotionale...
«Wow, diese Szene war echt stark, richtig ekelhaft!» – «Ja, schrecklich – mir ist schon vom Zusehen schlecht geworden.» Ein Gespräch, aufgeschnappt im Haus der Berliner Festspiele beim Festival «Foreign Affairs 2015», am Rand der 24-Stunden-Performance «Mount Olympus» von Jan Fabre/Troubleyn. Die Gesprächspartnerinnen scheinen ihren Ekel und ihren Schrecken...
