Begüm Erciyas
Tennisbälle tanzen im Licht einer Black Box. Wie leicht das aussieht. Und dann noch die Courage, Fantasie, Geduld und Konstruktionslust aufbringen, die Idee so zu verwirklichen, dass sie buchstäblich durchschlägt. Für die studierte Molekularbiologin (wie Xavier Le Roy): ein Klacks. Tennisballleicht ist das.
Die an der Salzburg Experimental Academy of Dance ausgebildete «DanceWeb»-Stipendiatin und auf Schloss Solitude geförderte Choreografin und Tänzerin sagt nüchtern: «Ich interessiere mich für den Zufall, der das Ergebnis bestimmt.
» Scheint, als habe sie es mit Merce Cunningham. Sicherlich aber mit dem Zufallsgenerator William Forysthe. «Eines der Themen, das mehr und mehr in meinen Stücken erscheint, ist die Vermeidung von kompositorischen Entscheidungen», sagt sie. «Ich interessiere mich für Einschränkungen, die Handlung erzeugen können, und: In vielen meiner Arbeiten brauche ich ein Element, das die Autonomie des Körpers verhindert.» Was schon für ihr Stück «left» gelten mag, trifft nun hundertprozentig auf «Ping Pong» zu. Diese Klang-und-Raum-Installation für mehrere hundert Tennisbälle und zwei meist unsichtbare Tänzer hat sie als Abschlussprojekt ihrer Residenz auf ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Marco Goecke, hat «Orlando» Sie gefunden, oder haben Sie «Orlando» gefunden?
Das Buch kenne ich noch aus Münchner Zeiten. Als ich dort studierte, lief der Film von Sally Potter mit Tilda Swinton in der Titelrolle, den ich damals toll fand. Heute finde ich ihn nicht mehr so spannend. Das Buch hatte ich schon viel früher gelesen, es war immer in meinem Kopf wie im...
In Frankreich wäre Martin Schläpfers Choreografie «Neither» vermutlich als abendfüllend durchgegangen. Dafür, dass sie an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf nur ein Teil, wenn auch der wichtigste, eines dreiteiligen Ballettabends ist, gibt es zwei denkbare Gründe. Zum einen dauert «Neither» von Morton Feldman, so lang sich die Aufführung auch anfühlen mag,...
Ohad Naharin liebt knappe Titel. «Hora», das ist ein Volkstanz aus Rumänien, der auch in Israel Fuß gefasst hat. Aber keine Bange, Naharin zeigt keine Kreistänze, er widmet das Stück seiner Mutter Tsophia zu ihrem Achtzigsten und betreibt wild seine ingeniöse Tanztechnik Gaga weiter, indem er einfache Schrittelemente nach Lust und Laune mischt, analysiert und neu...
