Anouk van Dijks «Countertechnique»

Methoden

Tanz - Logo

Man braucht die richtigen Werkzeuge, sagt Anouk van Dijk, wenn man die Kunstform weiterentwickeln will. Folgerichtig hat die Choreografin über fünfzehn Jahre ihre «Countertechnique» ausgefeilt. Nicht, wie oft, bloß individuelles Vokabular, dessen Vermittlung eigentlich dazu dient, eine spezifische Ästhetik zu verbreiten. Van Dijks Technik ist Grammatik – vor allem Arbeitsmittel zum Zweck.



Die Besonderheit: Entgegen der Mehrheitsmeinung im Tanz, dass Bewegung am besten «aus der Mitte» kommen solle, steht bei der «Countertechnique» das Zentrum nicht im Zentrum. «Irgendwann», sagt van Dijk, «habe ich begriffen, dass ich, um die Balance zu halten, mich nicht auf mein Becken konzentrieren kann» – den schwersten Knochen, den wir haben. «Ich habe stattdessen verschiedene Körperteile in entgegengesetzte Richtungen bewegt. Man arbeitet viel dynamischer und braucht viel weniger Muskelkraft.» Außerdem verletzten sich ihre Tänzer weniger, seit sie mit der «Countertechnique» trainierten. «Umzulernen kostet allerdings ein bisschen Mut.» Welcher Tänzer fällt schon gerne um? Bis die alten Gewohnheiten besiegt sind, lässt sich das nicht vermeiden.

Ziel ihrer Methode
ist es, eine klare Verbindung ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2009
Rubrik: Praxis, Seite 62
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
Blanche Neige

Jean Paul Gaultier, Ihre aktuelle Kollektion ist also tatsächlich von der Arbeit zu «Blanche Neige» beeinflusst?                                                                                                     Mir geisterte ja ständig der Name Angelin Preljocaj durch den Kopf. Endet das nicht wie «cage» (Käfig)? Plötzlich war meine Winterkollektion voller...

Breakin’ Numbers

Go Ready

Eintausend Tänzer treffen sich im tanzhaus nrw in Düsseldorf ohne Choreografen, ohne Ballettmeister, ohne ihre Eltern und erst recht ohne Kritiker. Die Tänzer bringen nur mit, was sie wirklich brauchen: Diejenigen, die man ihre fingerfertigen Pianisten nennen könnte, die DJs, dazu ein paar altvordere Tänzer. Sie spielen die Judges. Die Jury. Es gibt keine...

Irische Weltenänderer



Als der österreichische Choreograf Michael Klien 2003 die Daghdha Dance Company übernahm, zog die irische Tanztruppe von der University of Limerick um in einen Kirchenbau in der Stadtmitte. Das war ein durchaus symbolischer Akt. Klien wollte den Tanz von seiner «selbstreferenziellen Note» der Akademia befreien, um Freiräume zu erobern.

Kaum in St. John’s Church...