#Mensch – dritte Klappe
Ich packe zusätzlich noch eine Kniebandage in den Stoffbeutel für das Tanztraining. Die Körperübungen werden immer anstrengender, die Beziehungen zu den Mittänzerinnen immer einfacher. Wir kennen uns schon seit einem halben Jahr. Wir wissen, wer von uns gern über den Boden rollt, bunte Socken trägt oder lieber barfuß tanzt. Eine unserer Zukunftsfragen bei dem Projekt «#Mensch» in Darmstadt lautet: Wie gehen wir mit Hindernissen um? Die Antworten trennen uns in Optimisten und Pessimisten.
«Grüne Wälder oder Umweltzerstörung – beides scheint mir vorstellbar», sagt die 64-jährige Rosa Bauer-Schuh. Für ihre Enkel hofft sie auf «grüne Wälder».
Mit unseren Körpern versuchen wir, Hindernisse zu überwinden. Paarweise bewegen wir uns durch den Raum. Eine blockiert die andere. Beine, Arme und Rücken stehen einander im Weg. Um zu fragen: Was steht einer lebenswerten, überhaupt lebbaren Zukunft im Weg? Ich probiere verschiedene Möglichkeiten, wie ich mich an meiner Partnerin vorbeibewegen kann. Manchmal funktioniert eine schnelle Drehung oder ein überraschendes Durch-die-Beine-Krabbeln. Manchmal muss ich viel Kraft aufwenden, um Rahel zur Seite zu schieben. Wie kann ich ein Hindernis ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz März 2019
Rubrik: Praxis, Seite 72
von Sara Mierzwa
«Monotonie» nennt Mary Wigman die vier Abschnitte, in die sich der erste Satz ihrer Tanzsymphonie gliedert. Doch von Monotonie kann bei der «Feier» keine Rede sein. Allein schon der Gruppenauftritt gleich zu Anfang verschlägt einem den Atem. Es könnte sich um einen Fries aus Menschenleibern handeln, der sich schrittweise auf die Bühne schiebt und dem «Tempel»...
On danse?
Das Musée des civilisations de l‘Europe et de la Méditerranée in Marseille, kurz MUCEM, ist ein Leuchtturm der französischen Ausstellungslandschaft: ein spektakulärer, von stählernen Korallengittern eingefasster Bau am Gestade des Mittelmeers, der gerade eine attraktive Schau zum Tanz beherbergt. «On danse?» ist natürlich eine rhetorische Frage, denn...
Mainz: Tanzmainz Festival #3
Wenn eine Tanz-Ikone wie Louise Lecavalier aus Kanada das Staatstheater mit ihrer sensationellen Energie füllt, bleibt sicher kaum noch Platz vor der Kartenkasse. Sie tanzt auf ihrem «Battleground» (tanz 4/16), während ein anderer Star, der Brite Wayne McGregor, mit seiner «Auto-biography» (tanz 4/18) betört. Ebenso versprühen Via...
