das anarchiv...
Wellness ist ein bitteres Wort. Es bezeichnet jene ausgesparte Zeit, die man dem eigenen Wohlbefinden widmen muss, weil es sonst ja nicht stattfindet. Auch Kunst soll Wellness sein, uns wie sonst Öle und erprobte Finger in einen Zustand versetzen, in dem jeder Widerstand zwecklos wird. Gebt euch hin! Das ist ein Imperativ.
Kattrin Deufert und Thomas Plischke haben ein Verfahren entwickelt, damit Zuschauer und Tanz so aufeinander wirken, dass wir zum Schluss in einem Kreidekreis zu Pianoklängen von Alain Franco ganz entspannt ausatmen können.
Wo sonst zur Wellness eine luxuriöse Umgebung fürs Wohlbefinden herhält, geht es in ihrem «Anarchiv #3: Songs of Love and War» unmissverständlich bildungsbürgerlich um das deutsche Nibelungenlied, den Kampf um verschwundenes Rheingold («Die Weltbank sozusagen»), um die Abwesenheit der Götter (oder der Politik), um die Entfesselung einer von Luxus übersäten Gewalt: «Wie schrecklich erklangen da die Schwerter: Viele Schildspangen sprangen aus den Beschlägen heraus. Dadurch fielen die Edelsteine beschädigt aus den Fassungen in das Blut. Sie kämpften so heftig, wie man es niemals mehr tun wird.»
Der Satz aus dem Lied steht auf einem ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August/September 2011
Rubrik: produktionen, Seite 16
von Arnd Wesemann
Vor acht Jahren choreografierte Patrice Bart «La petite danseuse de Degas» für die Pariser Opéra: der Neubeginn einer Degas-Manie, die eine Austellung am Detroit Institute of Arts, «Degas and the Dance» (2002/03), eingeläutet hatte und die in einer Monografie von Götz Adriani mündete, der sich zu zeigen bemühte, dass der ausschließlich im Atelier malende...
KLAP ist der Name, den Michel Kelemenis seinem Maison pour la Danse gibt. KLAP bedeutet nichts, außer dem entfernten Verweis auf applaudierendes Publikum. Dabei musste er mehr als zehn Jahre in seiner Heimat Marseille um ein Tanzhaus kämpfen, das nun auch Mitglied im European Dancehouse Network ist. Ende September eröffnet er die drei Studios in einer ehemaligen...
Sie war eine der Musen Jan Fabres. Mit dem Solo «Quando l’uomo principale è una donna» schuf er ihr 2004 ein choreografisches Denkmal. Seit ein paar Jahren geht sie nun eigene tänzerische Wege. Ihr erstes Stück, 2008, heißt «Birth of Prey» – Lisbeth Gruwez zeigt hier eine wilde Performance als körperliche Reaktion auf Live-Musik. Damit gastiert sie im September in...
