persönlich
newcomer_________
raphael hillebrand
Es waren einmal drei Brüder, Christian, Martin und Dietrich. Der Nationalsozialismus formte, stählte und verbog sie. Zwei von ihnen nahm der Krieg. Einer wurde Pastor, Friedensmann und der Großvater von Raphael Hillebrand. Er, der gelernte B-Boy, erzählt seine Geschichte mit allen Geometrien des Popping, formt die Arme zum Gewehr, Geschütz, Gefreiten. Jedem der Brüder gibt er einen Charakter, lässt deren selbsterwählte Tapferkeit an einem fremderzeugten Feind kollabieren.
Das ist, auch im Hip-Hop, ein seltenes Ereignis: dass einer spricht, während er tanzt, dass einer etwas zu sagen hat, während er im Salto rückwärts die Heimkehr aus der Gefangenschaft beschreibt, dass einer als Tänzer respektlos die Rolle des redenden Rappers übernimmt. Hinzu kommt: Raphael Hillebrands Vater stammt aus Madagaskar. Die Mutter, die beim Großvater in Brandenburg aufgewachsen war, ging als Sinologin nach Hongkong. Dort brachte sie ihren Sohn zur Welt. Das ist eine durchaus deutsche Biografie. Hillebrand sagt: «Wäre ich ein Weißer, ich würde sofort dafür angegriffen, in solch alten Geschichten zu wühlen. Aber ich bin ja nicht weiß, nur deutsch.»
Seine ...
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Tanz Januar 2014
Rubrik: menschen, Seite 28
von
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