Dressed To Kill
Schwarze
sind oft wenig vermögende Männer. In Südafrika tragen sie tagsüber den Blaumann und setzen Motoren zusammen. Sie verdingen sich im Kittel als Gärtner, in Fantasie-uniformen als Kellner oder in schlecht sitzendem Leinen als Hilfspolizisten. Nichts degradiert sie vierzehn Jahre nach dem Ende der Apartheid mehr als diese Uniformen. Die nur zu offensichtliche Kennzeichnung als Diener trennt heute Arm von Reich mehr als die Hautfarbe.
Und wovon träumt so ein Mann, wenn er abends seinen Overall auszieht? Er wird sich nicht kleiden wollen wie sein Herr.
Er wird träumen: von wirklicher männlicher Schönheit, jenseits der mausgrauen Unauffälligkeit der Weißen und ihrer lässigen Ignoranz von Chic. Der weiße Mann bezeichnet seine Kleidung gern als «casual». Was aber soll einer, der sich «ungezwungen» gar nicht fühlen kann, diesem Modeideal entgegensetzen? Akkurate Schönheit. Ein echtes Mannsbild sein. Auch ein wenig die Karikatur des weißen Mannes darstellen.
Darum trägt Simon Khoza heute Abend einen schneeweißen Anzug. Eine rasiermesserscharfe Bügelfalte. Ein knallblaues Seidenhemd. Falsche Brillanten an den Fingern. Er ist eine Wucht von Selbstachtung. Mit dieser Klamotte ist vor ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Akram Khan ist Brite. So steht’s im Pass. Seine Familie stammt aus Bangladesch und brachte ihre Traditionen nach London. Mit ihnen die Angst, dass der Westen ihren Glauben und ihre Moral verdünnt, verfälscht oder vergessen lässt. Akram Khan wurde in London geboren, in der dritten Generation von Immigranten nach dem Fall des alten Commonwealth. Wie seine Schwester...
Wer je in China war, kennt das Gefühl. Schon nach dem Weg zu fragen, bereitet Unkundigen große Schwierigkeiten. Lesen geht nicht, Gesten können in völlig falsche Richtungen weisen. «Ich bin nicht von hier», versucht Eulalia Ayguade Farro zu sagen. «Ich komme von weit weg.» Aber woher? Meng Ning Ning vom National Ballet of China will es wissen, aber die Spanierin,...
The institutions are sleeping, wishing their budgets are not cut. Can they really dream of continuing by showing the same marvels that were created twenty years ago or by hanging on to classics pushed to technical perfection and serving no more purpose than to make the public secure? Some say yes. But the tides are slowly turning, as large institutions have started...
