violet

Meg Stuarts neues Stück: Wutschmerz und keine Illusion, nirgends. Vorgestellt auf PACT Zollverein, Essen

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Mal so richtig bedeutungslos sein – auch das kann ein Künstlertraum sein. Mal nichts anklagen, aussagen, bloßlegen. Abstraktion lautet darum das Ideal für Meg Stuarts neues Stück «Violet». Oder: engagierte Sinnlosigkeit. Das hyperaktive Nichts. Die pure Bewegung wird skelettiert, ohne Fleisch von Ausdruck und Erzählung. Ausgerechnet Meg Stuart. Ausgerechnet ihr Zitter-Zappel-Zuck-Stil als symbol-befreite Ausdruckslosigkeit? Krämpfe, Spasmen, Tics bis zum Kollaps als eine nun emot­ionslose Theorie? Ausweglos sein – das hat Meg Stuart besonders interessiert.



Eine meterhohe schwarze, leicht gebogene ­Plastikwand von Bühnenbildnerin Janina Audick begrenzt den Hintergrund. Die Wand ­glänzt wie Latex und spiegelt manchmal schemenhaft und verzerrt die Tänzerkörper. Vor ihr stehen drei Männer und zwei Frauen in Alltagsklamotten von erlesen schlechtem Geschmack: hautenge Hosen, verwaschene ­Shirts; einer trägt weiße Turnschuhe, ein bisschen wie die H&M-Punks aus dem Vorjahr. Ein bisschen ist es auch wie eine Reminiszenz an die Stuart’schen Anfänge, als sie mit cooler Trash-Ästhetik, mit dem Abgewrackten ­und Kaputten, neue Trends im zeitgenössi­schen Tanz setzte. «Disfigure Study» hieß vor ...

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Tanz August/September 2011
Rubrik: produktionen, Seite 12
von Nicole Strecker

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