dresden: prophezeiung
Philipp J. Neumann erzählt von einem «antiken indischen Mönch» namens Lurek Singh und seinen Büchern voller Prophezeiungen. Kurz, knapp und überzeugend. Die «Prophezeiung 20/11» fasziniert: Die Götter würden den Menschen den Tieren wieder gleichstellen. Uraufgeführt zur «euro-scene Leipzig», schrieb die Presse derlei Blüten fleißig ab. Nur: Warum dividiert der Schrägstrich ausgerechnet die Jahreszahl 2011? Neumann schuf einen Mythos.
Steffi Sembdners Choreografie und Neumanns Inszenierung sind mit exzellenten Tänzern gesegnet, alle bewegen sich im selben halb bewussten Zustand mit ureigener Körpersprache. Unter welchen Qualen der Mensch zum Tier wurde, ahnen wir bald: postnukleare Pixelwand und schwimmende Garderobenreste. Wie sehr Singh sich nur selbst hasste, vertextet Neumann wie ein Artaud-verstärkter Heiner Müller. Weiß bandagierte Mumien hängen direkt über den Köpfen der Zuschauer, Schafe fütterten wir mit der Hand. Hoffen wir, dass sie in Hellerau ähnlich prickelnde Szenerien erfinden. Am 28. und 29. Januar.
hellerau.org
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Tanz Januar 2011
Rubrik: kalender: highlights, Seite 31
von Thomas Hahn
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