Foto: Dorothea Tuch

Annemie Vanackere: Das Morgen entwerfen

Wie sieht der Tanz der Zukunft aus und wo findet er statt? 16 Statements

Tanz - Logo

«To imagine the future is a political practice», schreibt die Feministin Laurie Penny auf der Netzplattform «The Baffler». Die Zukunft zu imaginieren, steht gerade auch im Zentrum unserer künstlerischen Arbeit im Theater. Im Theater erproben wir das Leben, die Welt. Die Bühne ist ein Raum zum Experimentieren und Imaginieren, zum Ausloten anderer Lebensmodelle und Utopien. Dieser Raum macht auch etwas mit der Zeit, oder besser gesagt mit unserem Zeitgefühl.

Er gibt uns die Möglichkeit innezuhalten, aus der Alltagszeit auszusteigen und uns einzulassen auf Ideen, Anregungen und Vorstellungen anderer. Das Theater ist keineswegs bloß ein Rückzugsort in eine ästhetische Autonomie; es steht immer auch in Verbindung mit der Gesellschaft und der Welt ringsum.

Mythische Theaterorte sind genau die Orte, an denen sowohl Künstler und Künstlerinnen wie Besuchende die Erfahrung gemacht haben, dass etwas Neues entsteht. Kann man aber arbeiten – an einem mythischen Ort? Besteht nicht auch die Gefahr, dass der Mythos zu etwas Starrem, Unveränderlichem wird? Wer oder was definiert, was als – oft erotisch konnotierter – «mythischer Ort» gilt? Sicherlich ist es jedes Mal ein komplexes Zusammenspiel ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Raum für Visionen, Seite 126
von Annemie Vanackere

Weitere Beiträge
Johann Kresnik: Traut euch was

Wir kennen die 67er-, 68er-Bewegung, wir kennen die Entwicklung zur RAF. Ich war sozialistisch-kommunistisch in Österreich erzogen worden, war in Köln in der marxistischen Bewegung, habe Ernst Bloch kennengelernt. Und ich habe, als Tänzer, mit George Balanchine, mit John Cranko, mit Maurice Béjart, mit Agnes de Mille, diesen großen Choreografen gearbeitet. Ich...

Virtual Reality

Ein komisches Gefühl, sich mittels VR-Brille und Headphones von der realen Welt abzuschotten, um ein Ballett anschauen zu können. Hat man das seltsame Equipment aber erst einmal angelegt und den Film gestartet, wird man augenblicklich in eine faszinierende, dreidimensionale Welt aus Bewegung, Bild und Klang hineingezogen. Man kann auf seinem Drehstuhl eine...

Dewey Dell

Wie hältst du’s mit der künstlerischen Freiheit? Gute Frage in aufgeheizten Zeiten. Ist ein Tanzstück politisch genug, um gesellschaftlich relevant zu sein? Wieder eine heiße Frage, eine Wiedergeburt aus den 1970ern. Nur: Heute scheint alles noch komplizierter, als es vor vierzig Jahren ohnehin schon war. Das vor zehn Jahren gegründete, junge italienische Kollektiv...