Jochen Roller
Sommer 2004, Proben mit Elettra de Salvo. Elf halb nackte Tänzer sitzen im Innenhof vom Dock 11, weil es drinnen in der Halle viel zu heiß ist. Eine Gruppe amerikanischer Touristen kommt vorbei, blättert im Reiseführer und wirft einen Blick in die Halle. «Damn, these artist’s places never have air-condition.» – «It’s subculture, dad!» – «Oh, so they must have good cappucino here ...» Von wegen.
Ein halbes Jahr später, im Polynesian Cultural Village auf Hawaii. Wieder elf halb nackte Tänzer, die in einem Innenhof sitzen.
In der Halle ist es diesmal angenehm klimatisiert, und es gibt köstlichen Cappucino. Die elf Tänzer kommen aus Samoa und zeigen zeitgenössischen Tanz, wie man ihn heute in Apia tanzt. Wo sie sitzen, steht auf einem Schild neben einer hohlen Kokosnuss: «Feel free to take photographs of the artists. $1 per still picture, $5 per video shot per area.» Nach einer Viertelstunde ist die Kokosnuss voll mit Dollarscheinen. «Thank you for sponsoring contemporary dance», sagt einer der Tänzer.
De Salvo hat nicht kassiert. Subkulturelle Impressionen sind im Prenzlauer Berg noch umsonst. Also: Hohe Zeit für die Grundsteinlegung eines Contemporary Dance Village Berlin! Im ...
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