Trajal Harrell
Manche leiden bei den konzeptbetonten Catwalk-Tänzen von Trajal Harrell, die sich um Tanz und Mode, Körper und Kleidung drehen – und durchaus schräg zugeschnitten daherkommen. So verließ in Harrells ers-ter «Tanz im August»-Aufführung von «Antigone Sr.», Teil seiner «Twenty Looks or Paris is Burning at The Judson Church»-Serie, der halbe Saal den Ort des Geschehens oder beantwortete Post auf dem Handy.
In der Séance «The Return of La Argentina» im Wiener Leopold Museum, gezeigt beim Festival «ImPulsTanz» 2016, wurde durch eine Food-Performance die japanische Butoh-Legende Tatsumi Hijikata gechannelt. Ein Staunen ging durch den Raum, als sich der Tänzer-Choreograf nach 30 Minuten wieder sein rotes Frauenkleid wie einen großen Sabberlatz vor die Körperfront hielt und Richtung Ausgang tippelte. Das war’s? Müsli-Essen und Bye-Bye-Winken?
Andere Stücke Harrells sind dafür durch perspektivische Fährten oder überraschende Settings auf einladende Art zugänglich. Für «Caen Amour» (2016) gilt das sogar wörtlich. Das als sexismus- und exotismuskritische Hoochie-Koochie-Show konzipierte Stück funktioniert wie eine Drehbühne, allerdings drehen sich die Zuschauer um das Geschehen. Sie können ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Die Saison 2018/19: the winners are, Seite 134
von Astrid Kaminski
Leicht ist es keinesfalls, auf zwei Hochzeiten zu tanzen, aber die 28-jährige Farah Deen versucht es trotzdem. Eigentlich ist sie auf Urban Dance spezialisiert, aber sie wagt auch Ausflüge ins schwierige Terrain des zeitgenössischen Fachs. Im Dezember des Vorjahres zeigte sie in ihrer Heimatstadt Salzburg die Uraufführung ihres ersten Solostücks «the Sky above, the...
Hoffnung, das ist die Erwartung, dass etwas Positives eintreten wird. Insofern ist mein Hoffnungsträger das Staatsballett Berlin. Auch wenn die Zukunft hier wirklich erst noch beginnen muss. Aber das Staatsballett Berlin trägt jetzt, nach drögen Jahrzehnten, nach brutalen Einsparungen und der Fusionierung von vormals drei Ballettkompanien zu einer einzigen, nach...
Martin Schläpfer, eine Frage an den Tanzkünstler: Fühlen Sie sich wohl in Ihrem Körper, ist er Ihnen Heimat?
Martin Schläpfer: Oha …
… Sie schmunzeln?
Wenn ich tanze und physisch alles stimmt, was – außer bei Hans van Manens «The Old Man and Me» – in letzter Zeit so war, fühle ich mich als Tanzender sehr wohl, ja.
Was macht dieses Gefühl aus?
Ich meine es nicht...
