Ortlos
Mein erstes Buch, das ich mit 18 Jahren nicht schrieb, sondern klebte, handelte vom Raum. Ich verdiente mir vor Weihnachten das Taschengeld auf unserem lokalen Postbüro, indem ich die eingeschriebenen Sendungen in ein Buch übertrug. Hinter mir tickte der Telegraf, und ein Kollege zerschnitt den endlosen Nachrichtenstreifen in für das Telegrammformular passende Stücke. Diese Streifen beschäftigten meine Fantasie. Vom Postmeister erhielt ich die Erlaubnis, nach Feierabend einen eigenen Text darauf zu tippen.
Es sollte nicht nur vom Raum handeln, sondern auch von Liebe, denn ich wollte es meiner ersten Freundin schenken. Darum sollte das Buch «Amour espace» heißen und alles, was ich über diese beiden Größen wusste, in Form einer Collage von Sinnsprüchen und Merksätzen auf Telegrammstreifen versammeln. WIR NEHMEN RAUM EIN / ICH GEBE DIR RAUM / ICH RÄUME EIN / DU RÄUMST MICH AUF / BIN ICH DIR AUFGERÄUMT GENUG? Und so weiter. Ich reihte diese Variationen nicht einfach nebeneinander, sondern bildete raumbildende Figuren, Konstellationen, denen ich Tiefe und Mehrdeutigkeit zu geben suchte.
Was ich als «Raum» chiffrierte, war natürlich eine körperliche Nachfrage, die ich mir in anderer als ...
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Was ich sehe: Zeilen, Ecken, die Tischkante, die Linie der Theke, ein Regal mit Flaschen. Etikette.
Endlich Buchstaben: Hurra, das Gerade verbündet sich mit der Kurve, ich liebe das.
Die Bedienung serviert Tee in einem Glas von perfekter Geometrie, das Tablett ist rechteckig mit Blumenmuster, auf ihrer Schulter wuchert ein Tatoo, ich liebe das. Punkt. Punkt....
This spring, prima ballerina Anik Bissonnette, a fixture at Les Grands Ballets Canadiens de Montréal for the last 17 years, announced she is on the move. She is retiring from Montreal’s top-drawer ballet troupe next season, the company’s 50th anniversary. It’s a sad moment for Bissonnette and her fans, but one of excitement too. “Ready for new adventures,” she’s...
Der Zirkus ist in der Stadt. Die archaischste aller noch vorhandenen mobilen Bühnenräume hat zwar ein paar Nachteile: lange Aufbauzeiten, gewaltige Transportkosten und nicht immer die schönsten Standorte. Aber noch immer lockt ein Vorteil: Diese Bühne ist «meine» Bühne. Jede Inszenierung ist auf den eigenen Raum passgerecht abgestimmt.
Ohne die leiseste Assoziation...
