Schwarze Zeiten

Vor dem Royal Opera House toben die Hip-Hopper aus aller Welt, drinnen tanzen hellhäutige Ballerinen. Das Ballet Black in London will das jetzt ändern

Tanz - Logo

Vor ein paar Jahren noch hatte das Londoner Ballettpublikum sie kaum wahrgenommen. ­Ende Januar errang Cassa Panchos Ballet Black den «Dance Europe Award for Outstanding Company» im Rahmen der nationalen britischen Tanzpreisverleihung. Der rasante Aufstieg ihres Ensembles ist keine Selbstverständlichkeit. Schwarze Balletttänzer sind in Großbritannien Außenseiter.

«A World Stage» steht in großen Lettern unter dem gläsernen Rundbogen. Mit dieser Behauptung und bombastischer Präsenz zieht sich das Royal Opera House einen ganzen Straßenzug entlang durch das Herz von London.

Vor der weltberühmten Spielstätte geht das multikulturelle Treiben seinen gewohnten Gang. Nur die ethnisch gemischte Tänzertruppe, die an jenem Morgen durch den Bühneneingang ins Haus eilt, passt nicht ins Bild. Noch immer haben es  kaum Tänzer afrikanischer oder asiatischer Abstammung in die heiligen Hallen des Balletts geschafft. Allein das kleine Ensemble, das nun im Studio probt, versucht seit knapp zehn Jahren diese Exklusivität zu durchbrechen. Sein Name – Ballet Black – ist Programm.

Cassa Pancho und Denzil Bailey sitzen an der Rückwand des verspiegelten Probenraums. Konzentriert beobachten die aus der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2010
Rubrik: Produktionen, Seite 16
von Elisabeth Wellershaus

Vergriffen
Weitere Beiträge
Wien: Image Tanz

Kunst erfindet das Leben, nicht umgekehrt. So feiert das Wiener brut seit Anbeginn seine burlesquen Klubs, heuer mit François Chaignaud und Cecilia Bengolea als Sternenpaar Castor und Pollux, Tingeltangel, Cross Dressing samt Dragqueens im Sattel («Save a Horse Ride a Cowboy») von An Kaler, gepaart mit den weißen Pferden der Romantik und einer Feier der Empathie...

4 Elements, 4 Seasons

Frischer Wind weht durchaus wörtlich, wenn im «Sommer» auf einmal «der Nord ins Gesicht» bläst, wie es im «Sonetto Dimonstrativo» heißt, das Antonio Vivaldi seinen «Vier Jahreszeiten» voranstellt. Brigitte Kramer und Jörg Jeshel lassen dabei sich und die Kameras von der stürmischen Inszenierung so mitreißen, dass der Zuschauer versucht ist, sich am Stuhl...

Paris mit Preljocaj

Die Highlights einer Ballettsaison an der Pariser Opéra werden seit dem Abgang von Gérard Mortier nicht zahlreicher. Umso mehr Glanz versprüht die Rückkehr von Angelin Preljocaj. Er ist der einzige lebende Choreograf, der hier dauerhaft Erfolge schreibt. Mit «Le parc» schuf er 1994 eines der zeitgenössischen Aushängeschilder der Pariser Institution. Jetzt nimmt er...