Lüneburg: Olaf Schmidt «Der Zauberberg»
Zehn Tänzer sind nicht unbedingt eine Personaldecke, die einen Choreografen und seine Fantasie auf Dauer warmhält. Aber Olaf Schmidt, in der sechsten Spielzeit Tanzdirektor am Theater Lüneburg, hat für sich und sein Ensemble das Beste daraus gemacht. Das Kollektiv braucht den Vergleich mit Kompanien, die ein bis zwei Nummern größer sind, in keiner Weise zu scheuen. Zum einen ist es bunt und damit vielfältig einsetzbar bestückt. Zum anderen beherrschen alle ihr Handwerk – und das Quäntchen mehr, das die Lust am Zuschauen kitzelt.
Und drittens ist Schmidt ein findiger Erzähler, der auf beredtes und ausdrucksstarkes Tanztheater setzt, um es mit Avantgarde-Zitaten von gestern und heute auf ein Niveau zu heben, das die Tänzer fordert – und das Publikum herausfordert. Genauso verhält es sich auch mit der jüngsten Produktion, die einen Schlüsselroman auf die Bühne bringt: Thomas Manns «Der Zauberberg», den Schmidt als Psychostudie anlegt und mit einem Stilmix aus expressivem Elan à la Mats Ek und schneidiger Rasanz – Marke: Wayne McGregor – angeht. Seine Zehner-Seilschaft kommt mit diesem doppelgleisigen Zuschnitt prachtvoll zurecht. Dass die Geschehnisse sich nach der Pause allzu ...
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Tanz März 2019
Rubrik: Kritik, Seite 40
von Dorion Weickmann
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