Platzen vor Wut
Merce Cunningham hatte es schon geahnt, damals im November 2001, zwei Monate nach den Terroranschlägen auf die Twin Towers. Weil er ja immer in die Zukunft blickte, schauderte ihm gehörig, und er mutmaßte, dass sich in der Welt etwas zusammenbraut, was auch die Tanzlandschaft verändern würde. Nur wie oder was genau, das konnte auch er nicht vorhersehen. Heute sind wir schlauer. Denn aus dem Chaos entstanden zwei parallele Ketten von Ursachen und Wirkungen – die eine hieß das politische Chaos, die andere das wirtschaftliche.
Bushs Anti-Terror-Gesetze, der Irak-Krieg, Kulturkonflikte, Attentate. Dazu die verstaubte Wirtschaft in den Trümmern des World Trade Center. Für die erfanden Bush und Greenspan den zweiten Teil ihres Hexencocktails. Sie lockerten alle finanzpolitischen Zügel. Das Ergebnis war eine ungeheure Spekulationsblase, deren Zerplatzen die aktuelle Megakrise in die Welt zauberte. So schuf der Amoklauf der Washingtoner Neocons gleichzeitig geopolitische und soziale Spannungen, Budgetkrisen, Terrorangst, schwarz-weiße Karikaturen von Weltbildern, Populismus, Xenophobie, auch Misstrauen gegenüber Künstlern sowie den Zusammenbruch zahlreicher Kulturstiftungen. Wer will noch ...
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Carlos Acosta ist ein Star: In Kuba aufgewachsen, begann seine Zukunft in der Schweiz, wo er 1990 in Lausanne die Goldmedaille holte, eine rasante Karriere am Houston Ballet hinlegte und 1998 nach London zog. Hier trat er in die Fußstapfen von Nijinsky und Nureyev – als männliche Muse des Balletts. Sein aktueller auf ihn zugeschnittener Abend mit Live-Orches-ter im...
In der von der Amerikanerin Joan Skinner entwickelten Releasing Technique gilt: Weniger ist mehr. Während konventionelle Tanztechniken ihre Methoden aus dem «Mehr» entwickeln – höher, schneller, weiter oder auch multi- statt zweidirektional – lehrt eine Klasse der Skinner Releasing Technique vor allem das Loslassen: «letting go» ist das Grundprinzip dieser Tanz-...
Martin Parr, der Magnum-Fotograf, eröffnete 2008 eine sensationelle Ausstellung seiner Bilddokumente im Münchner Haus der Kunst. Seither tourt sie um die Welt und zeigt einen Fotojournalismus britischer Herkunft, der sich restlos dessen bewusst ist, dass fast jeder selbst eine Kamera besitzt, und sei sie im Handy eingebaut. Aber, so Parr: «Es gibt sicher mehr...
