John Neumeier
John Neumeier choreografierte den Eingangs-Chor des «Weihnachtsoratorium» so euphorisch, als wollte er damit geradewegs den Himmel erstürmen. «Jauchzet, frohlocket», hieß es bei der letzten Premiere des Hamburg Ballett in Erwartung des Herrn. Ein Unbekannter ist er dort nicht. Mit der «Matthäus-Passion», mit dem «Magnificat», Händels «Messias» und Mozarts «Requiem» hat Neumeier im Lauf der Jahre eine ganze Skala sakraler Tanzwerke geschaffen, die ihm den Weg zu höheren Weihen ebneten.
Ausgezeichnet mit dem Deutschen Tanzpreis des Jahres 1988, ist er der Erste und wahrscheinlich für lange Zeit der Einzige, dem eine neuerliche Nominierung widerfährt. Da heißt es acht geben, dass der bibelfeste Ballettintendant über jeder noch so verständlichen Verehrung nicht die Bodenhaftung verliert.
Der Deutsche Berufsverband für Tanzpädagogik samt dem Verein zur Förderung der Tanzkunst in Deutschland bemühen am 1. März im Aalto Theater Essen als Veranstalter wohl nicht die himmlischen Heerscharen. Sondern das Hamburg Ballett, das Stuttgarter Ballett, das Bayerische Staatsballett, das Royal Danish Ballet, das Ballett der Pariser Opéra, das der Mailänder Scala und des Moskauer Stanislawski- und ...
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Tatjana Gsovsky beherbergte den Komponisten Hans Werner Henze, der im Gegenzug der Russin die Zwölftonmusik nahebrachte.
1952 entstand im Berliner Hebbel-Theater das Ballett «Der Idiot». Klaus Kinski mimte die Dostojewski-Figur. Ihm fiel ein Bühnenelement auf den Kopf. Für eine Weile verlor er das Bewusstsein. Ballett war noch Abenteuer. Was «Ballett» aber sei,...
Beim Amtsantritt am Dresden SemperOper Ballett verhieß der neue Direktor seinem Publikum noch ein «verschlanktes Dornröschen» und damit eine Arbeit, in «die ich das neue Vokabular, das ich getanzt habe, einbringen will». «Was mich interessiert», so Aaron S. Watkin im Gespräch mit ballet-tanz, «sind die originalen Tempi, die ich in meiner Version wieder ermöglichen...
Ein weißer Ballon schwebt am Bühnenhimmel, eine Elfe müht sich eine Treppe hoch, ein Mädchen erklimmt Stufen, greift nach Erkenntnis. So strebte der Barockmensch nach oben. Erforschte das Sonnenlicht, die Gravitation, das Weltall. Als Zeit des Wissensdrangs, aber auch als Zeit des Scheiterns begreift Amanda Miller die Epoche der Geburt des Balletts. Als so filigran...
