göteborg
In Torsaker, nördlich von Stockholm, fanden 1674/75 Hexenprozesse statt. Heute zerrt eine honorige Herrenriege eine vermeintliche Zuschauerin aus den Sitzreihen auf die Bühne, entkleidet und studiert sie wie auf Rembrandts Gemälde «Die Anatomie des Dr. Tulp». Ein starker Anfang. Das Opfer wird in einen Bärengraben entlassen, trifft dort auf Mitgefangene, die unter ständiger Aufsicht der Herren zu nordischer Folk-Musik so lange tanzen müssen, bis sie ein Kind als Geisel nehmen können. Sie drohen, es zu erstechen, und zwingen so die Männer, die Hosen herunterzulassen.
Die Handlung des Iren Michael Keegan-Dolan ist so klar wie stur. Die Tänzerinnen organisieren ihren choreografierten Aufstand. Immer geht ein Ruck durch ihre wirbelnden Körper, und komplizierte Tanzfiguren zeichnen die Enge des Kerkers, wo ein, zwei Mitglieder der GöteborgOperans Danskompani stets gegen den Strom tanzen.
Keegan-Dolan hat sein Fabulous Beast Dance Theatre letztes Jahr aufgelöst und macht, was man getrost «Handlungstanz» nennen darf. Das geradlinig Erzählte geht unter die Haut. Göteborgs Tanzchefin Adolphe Binder hängt noch einen weiteren Teil dran. Der Norweger Alan Lucien Øyen knüpft in «If we shadows ...
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Tanz April 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 46
von Arnd Wesemann
hat sich nur zwei Spielzeiten lang Chefchoreografin des Volkstheaters nennen dürfen. Damit ist nach dem Willen der SPD nun Schluss. Kein Tanz, kein Musiktheater mehr in der Hansestadt. Da half kein Wolfgang Thierse, der seinen Parteigenossen Mathias Brodkorb, Kultusminister von Mecklenburg-Vorpommern, schalt, das Ansehen der Sozialdemokraten zu ruinieren. Es half...
«Ein. Aus. Kraft tanken. Loslassen.» Am Anfang jeder Entspannungslehre war: der Atem. Auch beim tanztherapeutischen Projekt «Dance in – Dance out» übt man sich in der Philosophie des Atmens. Tänzerin Monica Fotescu-Uta spricht mit sanfter Stimme, ist ganz vorbildlich die Ruhe selbst. Man kennt sie sonst anders. Als meist ziemlich gefühlsgebeutelte Heroine auf der...
Das Theater ist ein Paradies. Die Dessauer hatten es im Sommer 2013 sogar angepflockt. Damit es bloß nicht verschwände. Jetzt stehen 1,5 Millionen Euro weniger pro Jahr im Budget dieses irgendwie auszunutzenden 1100-Plätze-Hauses, in einer Stadt, so winzig wie Meiningen: 80.000 Einwohner, 400.000 Menschen im Einzugsgebiet. Auf der Bühne verblieben: nur noch neun...
