Uwe Scholz ist tot
Die Welt hat wieder einen großen Choreografen verloren, und wieder ist eine Kompanie ohne Führung. Damit wiederholt sich die gleiche Situation wie 1973 in Stuttgart, als John Cranko starb.
Ich glaube, die glücklichsten Momente seines Lebens hatte Uwe Scholz, als er noch Tänzer und Choreograf beim Stuttgarter Ballett war und Maurice Béjart nach Stuttgart kam, um «Gaîté Parisienne» einzustudieren. Die ersten Worte von Maurice waren: «Uwe muss den Offenbach machen.» Ich erinnere mich genau an die vielen Proben mit Maurice und Uwe.
Es war ein Vergnügen, die beiden bei der Arbeit zu beobachten.
Ich denke, Uwe war einer der wirklich «großen» Choreografen, und ich denke auch, dass er sich sein Leben nicht leicht gemacht hat. Sein Vorbild und Ideal war immer John Cranko, und so oft hat er gesagt, dass er auch so jung sterben möchte wie John. Ich glaube, John und er sitzen nun gemeinsam auf einer «Wolke» und beobachten die Ballettwelt von oben.
Das Wichtigste ist nun, nicht alles zu vergessen und zu verlieren, was dieser Mann geschaffen hat. Die Stadt Leipzig sollte sich geehrt fühlen, ein derart großes, künstlerisches Talent als Direktor seines Balletts gehabt zu haben, und es als ihre ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2005
Rubrik: Uwe Scholz ist tot, Seite 24
von Hartmut Regitz, Marcia Haydée, Rosalie, Claus Helmut Drese, Udo Zimmermann
Zwei führende deutsche Tanzwissenschaftlerinnen kündigen an, beim Bielefelder Transcript-Verlag die Reihe «Tanz Skripte» herauszugeben. Gabriele Brandstetter und Gabriele Klein planen in einer ersten Runde die Abschriften der Vorlesungen «Zeitgenössische Performances, Ästhetische Positionen», die derzeit an der Uni Hamburg zusammen mit Theresia Birkenhauer und...
Vor fünf Jahren, als Merce Cunningham sein mit virtuellen Tänzern bestücktes Werk «Biped» herausbrachte, träumte der letzte große Kongress zum Thema Tanz und Neue Medien von der großen Verschmelzung der virtuellen Realität mit der körperlichen Entität. Nach dem Traum kam nichts mehr. Ein unlösbarer Widerspruch war enstanden, ein Paradox: Je selbstverständlicher...
Sind die Nostalgiker? Futuristen? Nur eins sind sie sicher nicht: Ästhetiker. Weder äußere Schönheit erlauben sie dem Menschen, noch innere. Keine Eleganz der Körpersprache. Sondern wollen nur zeigen, wie kaputt die Träume und Beziehungen sind. Und darüber lachen. In «Le Salon» hüpfen sie vorwiegend auf den Kniescheiben. In «Le Jardin» waren sie zuvor noch damit...
