steve paxton
Er ist eine zentrale Kultfigur des amerikanischen Postmodern Dance: Steve Paxton gehört – gemeinsam mit so namhaften Kollegen wie Yvonne Rainer – zu den Gründern der beiden künstlerisch wohl innovativsten und zugleich politisch aktivsten Performance-Kollektive der Vereinigten Staaten. Das 1962 ins Leben gerufene Judson Dance Theater war ebenso wie die 1970 folgende Grand Union ein freies und demokratisch organisiertes Ensemble. Die theatralen und minimalistischen Performances beider Gruppierungen gingen, genau wie ihre Improvisationen, in die Tanzgeschichte ein.
Damit steht Paxton unweigerlich als Repräsentant für eine der schillerndsten Phasen in der Entwicklung des westlichen Bühnentanzes – eine Ära, deren kollektive Arbeitsweisen und sozial reflektierte Bewegungs- und Performance-Kultur bis heute sowohl ästhetisch als auch politisch nachwirkt.
Nur von historischem Interesse?
Hierzulande ist Paxton, den der englische Tanzwissenschaftler Ramsay Burt als einen der bedeutendsten Tanzkünstler der letzten 40 Jahre bezeichnet, vor allem als historische Tänzerfigur bekannt. Der immer noch aktive Improvisations-Tänzer Paxton gerät darüber ins Abseits. Bis heute erforscht der inzwischen ...
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Tanz Oktober 2013
Rubrik: menschen, Seite 16
von Sabine Huschka
Igor Strawinsky träumte einst, er säße in einem Raum mit acht Leuten, die auf ihren Instrumenten eine «sehr gefällige Musik spielten». Das dreisätzige «Oktett» für Trompete und Fagott (1922/23), das ihm hernach gelang, gilt als Geburtsstunde des europäischen Jazz und Beginn des Neoklassizismus in der Musik. Hier geht es also mal nicht um den 100. «Sacre du...
Übertriebenen Nationalismus kann man dem deutschen Tanz wirklich nicht vorwerfen: Von Jean-Georges Noverre und den Taglionis über John Cranko bis William Forsythe ist die Geschichte des Balletts in Deutschland eine der Gastarbeiter – und das Publikum nahm sie stets mit offenen Armen auf. Eine eigene, dauerhafte Schule wie die Franzosen, Russen, Dänen und...
Zur «Generation Erben» zu gehören, gilt nicht gerade als Ruhmesblatt. Der Generalverdacht lautet: Nachlassverwerter zählen zur Kategorie der Leistungsverweigerer und familiären Parasiten, die verprassen, was die Altvorderen durch fleißiger Hände Arbeit erwirtschaftet haben. Ganz anders im Tanz: Hier hat es noch nie was zu verjubeln gegeben, vielmehr verflüchtigt...
