Martin Schläpfer

Tanz - Logo

Natürlich ist es das gute Recht jeder Generation, das Rad neu zu erfinden. Selbst das ungläubige, begeisterte Staunen junger Kritiker, dass das neu erfundene Gerät sich tatsächlich dreht, muss man wohl hinnehmen; schließlich haben sie von Welt und Tanzgeschichte noch nicht allzu viel mitbekommen. Leider bringen alle neuen Erfindungen des längst Bekannten die Tanzgeschichte nicht weiter. Selten nur geschieht etwas, das die alten Mauern übersteigt und die Tanzkunst verändert. Die junge Pina Bausch war ein solcher Innovator, in geringerem Umfang wohl auch der Kanadier Edouard Lock.

Jemanden dieses revolutionären Formats sehe ich unter den Jüngeren auf der derzeitigen Tanzszene nicht, schon gar nicht, wenn man das Alterslimit für Jung-Genies auf, sagen wir: dreißig Jahre oder weniger festsetzt. Der Schweizer Martin Schläpfer, der seit fünf Jahren das ballettmainz leitet, ist immerhin schon 45 Jahre alt. Aber da er erst seit einem Jahrzehnt überhaupt choreografiert, darf man ihn vielleicht doch noch als «jungen Choreografen» bezeichnen. Und ein «Hoffnungsträger», wie ihn Hartmut Regitz und Arnd Wesemann Jahr für Jahr ausgucken lassen, ist Schläpfer allemal. Kein anderer Choreograf hat ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2005
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 105
von Jochen Schmidt

Vergriffen
Weitere Beiträge
Daniil Simkin

Helsinki V International Ballet Competition in May-June 2005 introduced Daniil Simkin, 17 years old dancer from Russian origin, living in Wiesbaden, Germany. Daniil is still young, rather short and has a boyish outlook. But when this guy starts to dance, forget the rubbish about a “cute little boy.“ Here comes the young master!
Helsinki competition was a celebration...

Dance film interactive

Thierry De Mey, you are a composer and dance filmmaker who became famous with multi-screenings. Why do you use them?                                                                             Shall I put truth towards the choreography or shall I respect a kind of film autonomy? Shall I move my camera or not, shall I shoot the feet or not? All these and a lot more...

Cine Dance

Dance films are a cinema of poetry, exploring certain ideas through various situations rather than narrative. This definition comes from the pioneer of dance film making who launched a new film movement in the early 1940s, Maya Deren. An independent worker and thinker, she explored the language of film in her theoretical writings as well as in practice. Her...