richard siegal

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Wenn man meint, dass Richard Siegal sich in eine Richtung bewegt, dann ist er mit dem nächsten Stück schon wieder woanders. Er probiert die Dehnbarkeit und die Sinnhaftigkeit technischer Spielereien im Kontext eines Bühnenwerkes aus. Er setzt sich mit der Bedeutung des Tanzerbes auseinander. Er baut auf die Kraft der Crowd. Er tanzt solo, er bringt die Masse in Schwung. Er gesteht der Musik Eigen- und Widerständigkeit zu. Er nimmt sich selbst alle Freiheiten. Und vor allem: Er denkt, ehe er in den Tanzsaal geht.

Vor Jahren mit der nicht unbedeutenden Last angetreten, aus William Forsythes Schmiede zu kommen, zeigt er keine Angst vor einem möglichen Vergleich mit dem Großmeister. Eine furiose, spitzenschnelle Choreografie wie das in dieser Saison für das Bayerische Staatsballett entstandene «Unitxt» offenbart Siegals Lehrjahre bei Forsythe, belegt andererseits seine lässige Selbstgewissheit. Diese Choreografie ist eine Herausforderung an die Tänzer und das Publikum, sie stürmt auf und über die Bühne. Aber Richard Siegal entschuldigt sich nicht, entschuldigt sich nie dafür, dass er Tänzer und Publikum herausfordert.

Während man gerade in diesen Zeiten knapper Kassen das Gefühl hat, ...

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Tanz Jahrbuch 2014
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 168
von Sylvia Staude

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