Brüssel on tour: Seppe Baeyens «Invited»
Frieden auf Erden. Doch, es gibt Tanzstücke, die diese Welt zu einem besseren Ort machen. «Invited» ist so eins. So beglückt aus einer Aufführung herauszugehen, das macht die Kritikerin zunächst hoffnungsfroh, dann traurig, zuletzt misstrauisch: Ob sie sich hat einwickeln lassen von Gutgemeintem statt von guter Kunst? Gewickelt wird tatsächlich in «Invited» von Seppe Baeyens, aber das Wickeln geschieht ganz offen, und jeder, jede wickelt mit.
Denn die zur Spirale gelegte dicke Stoffschlange, auf die sich die Zuschauer zu Beginn hocken, wird angehoben, indem Einzelne ruhig aufstehen und sich das Ding auf die Schulter legen. Was nur geht, weil die Nachbarn aufstehen, heben, tragen. Die Spirale wird zum großen Kreis ausgewickelt. Später schlängelt sich die 65 Meter lange «Rope», ein Kunstwerk von Ief Spinceraille, als Tausendfüßler um sich selbst, legt sich ab als Konzertbänkchenreihe, reist weiter, um wieder Kreis zu werden.
Fünfzehn Eingeweihte impulsieren Aktionen, die dann alle Anwesenden mitmachen: als Gäste «invited». Wer alles zu den Gastgebern gehört, erschließt sich selbst der geübten Theatergängerin erst spät. Sie singen. Wir singen (im Dunklen). Einige von ihnen treten ...
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Tanz Februar 2019
Rubrik: Kritik, Seite 38
von Melanie Suchy
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