Serie Master-Macher
Selten, dass ein Mastermacher an gleich zwei Schulen die Leitung innehat. Soeben aus Zürich gelandet, wo er den jungen Studiengang Bachelor of Arts for Contemporary Dance an der Hochschule der Künste (tanz 10/14) mit aufbaut, sitzt Samuel Wuersten wieder daheim im ockerfarbenen Sandsteinbau gegenüber dem neu gestalteten Hauptbahnhof von Rotterdam. Das Portal, durch das die Studenten von Codarts, dem 1930 gegründeten Konservatorium der Künste, jeden Tag hindurchschreiten, sieht aus wie ein gewaltiger Angelhaken.
Es ist nicht nur verkehrsgünstig, hier zu studieren, es lockt auch die Nähe zu Kommilitonen des Musiktheaters, des Zirkus und der Weltmusik im selben Quartier.
200 Tanzstudenten sind es derzeit, die Samuel Wuersten in den Beruf bringen will. An der Rotterdamer Tanzakademie lernen rund 60 angehende Tanzpädagogen, 20 Tanztherapeuten und 120 Tänzer. Einer der Vorteile: Wer im ersten Semester merkt, dass er im falschen Zweig gelandet ist, kann wechseln, ohne bereits erworbene Credits zu verlieren. Die zwei letzten Semester zeigen, wohin der Hase wirklich läuft: direkt in die Praxis. Die Studenten werden als Hospitanten in Kompanien und Projekten beschäftigt, nachdem sie bereits ...
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Tanz Dezember 2015
Rubrik: Praxis, Seite 72
von Arnd Wesemann
Kurt Jooss schied im Zorn. Nachdem er im September 1968 in Stockholm mit dem Cullberg-Ballett den «Grünen Tisch» einstudiert hatte, kehrte er nicht mehr an die Folkwangschule zurück. Die Leitung der Tanzabteilung hatte er, mit 67 Jahren schon im Pensionsalter, bereits kommissarisch an Hans Züllig übergeben. Für sich selbst hatte er einen Vertrag als...
im januar: demis volpi______
Vor einem Jahr hat man ihm noch den «Tanzpreis Zukunft» zuerkannt. Inzwischen ist Demis Volpi längst in der Gegenwart angelangt und kündigt mit einem «Nussknacker» für das Ballet Vlaanderen und einer «Salome» für das Stuttgarter Ballett gleich zwei abendfüllende Großproduktionen für die laufende Spielzeit an: ein Arbeitspensum, bei dem...
Das Publikum im ausverkauften tanzhaus nrw in Düsseldorf applaudierte am Ende von Sidi Larbi Cherkaouis «Fractus V» nicht nur, es erhob sich zu stehenden Ovationen. Warum? Vielleicht, weil alles so klar war. Cherkaouis Stücke geben sich zugewandt, sie bieten Futter; hier sind es jede Menge Tanz und live gespielte und gesungene Musik, zwei Prisen Text, Noam Chomsky...
