Márcia Haydée
Márcia Haydée, als Erstes ein Stichwort: Stuttgart. Was verbindet sich für Sie mit der Stadt? Stuttgart steht stellvertretend für meine Heimat, mein Leben, meine Karriere. Hier hat sich alles ereignet. Hier habe ich eine tolle Zeit erlebt. Jedes Mal, wenn ich hierher zurückkehre, spüre ich, wie ich mich verändere. Meine Energie bekommt einen Schub, sobald ich auch nur einen Fuß in das Staatstheater setze – wo ich einst den ganzen Tag verbracht habe.
Woran haben Sie gedacht, als Sie zum ersten Mal von Stuttgart hörten? An Cranko, John Cranko. Er hatte 1958 im Auftrag des Marquis de Cuevas «Cat’s Cradle» choreografiert. Cuevas, das war nicht nur ein Grandseigneur, dem ich mein ganzes Wissen über Tanz verdanke. Cuevas war auch ein Visionär. Schon damals erschöpfte sich sein Interesse nicht in bloßer Klassikerpflege. Er war beständig auf der Suche nach Neuem und arbeitete beispielsweise viel mit Salvador Dalí.
Den Sie auch kennengelernt haben? Ich erinnere mich noch gut an ihn. Als Léonide Massine seinerzeit beim Grand Ballet du Marquis de Cuevas «Mad Tristan» einstudierte, brauchte Dalí jemanden, an dem er ein Kos-tüm abstecken konnte. Ich vermochte stundenlang ohne jede Bewegung zu ...
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Tanz April 2017
Rubrik: Menschen, Seite 16
von Hartmut Regitz
«Folkwang» stammt aus dem Altgermanischen und meint den Götterpalast der Freya, Göttin der Liebe und Schönheit. Ein wunderbarer Name für einen Ort, an dem die Künste gedeihen und sich miteinander verbinden. Als Folkwangschule für Musik, Tanz und Sprechen gründeten der Operndirektor Rudolf Schulz-Dornburg, der Choreograf Kurt Jooss, der Bühnenbildner Hein Heckroth,...
Newcomer: Christian Bauch
Die Ballettwelt aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, hat noch niemandem geschadet. Christian Bauch riskiert den Perspektivwechsel, und das in «COW» (tanz 4/16) von Alexander Ekman auf allen vieren: sozusagen eine Kuh verkörpernd, die nicht aufs Maul gefallen ist. «Schönen guten Abend, meine Damen und Herren», lässt sie sich gleich...
Man hat seinen Sitzplatz noch nicht gefunden im Theater, da riecht es schon nach Provokation: beißender Tabakgeruch verpestet die Luft, der «Duft des Todes», wie es später heißt. Denn die fünf Grazien, die auf Jochen Rollers rotlichtgefluteter Bühne auf- und abschlendern, sich die Nylonstrümpfe hochrollen und die Handtäschchen schwenken wie Bordsteinschwalben aus...
