Die Lehrerin: Ronja Häring
Sie stammen aus Kempten, haben dort als Nachwuchstalent in der Juniorkompanie des KaRi-Tanzhauses trainiert und nach dem Abitur an der Berliner Tanzakademie «balance 1» Bühnentanz studiert. Später ging‘s für einen Tanz-Master nach Spanien. Sie leben in Berlin, sind aber dem Allgäu treu geblieben – als Ausbilderin und Tänzerin für zeitgenössischen Tanz, etwa im Rahmen des «Kemptener Tanzherbstes». Warum ist es wichtig, dass zeitgenössischer Tanz sich auch regional etabliert?
Weil zum Beispiel Kempten ein Stadttheater hat, aber keine Tanzsparte mehr.
Zeitgenössischer Tanz ist vielen Menschen hier immer noch kein Begriff. Insofern ist der «Kemptener Tanzherbst» am hiesigen Theater mit seinen internationalen Aufführungen und Workshops ein wichtiger Zugewinn.
Sie geben dort auch zwei Workshops in zeitgenössischem Tanz. Was erwartet die Teilnehmer?
Am Anfang steht immer eine Auflockerung des Körpers. Dazu biete ich Improvisation an. Dann kommen technische Übungen im Freien, ein Mix aus klassischer Technik und Release. Die klassische Technik erdet den Körper über die Füße und richtet ihn gleichzeitig nach oben aus. In dieser Haltung nimmt man sich bewusster wahr. Es folgen Diagonalen ...
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Tanz Oktober 2019
Rubrik: Praxis, Seite 74
von Interview: Christine Matschke
Berlin: Eifman Ballet
In «My Fair Lady» hat Professor Higgins bekanntlich seine Erziehungsmission singend bewältigt. Im «Pygmalion-Effekt» von Boris Eifman muss sich ein erfolgreicher Balletttänzer auf choreografische Weise damit auseinandersetzen. Schließlich will er eine ungelenke Vertreterin des städtischen Armenviertels partout zu seiner virtuosen Partnerin...
Zwei Jahre, dann hatte Silvana Schröder die größte Klippe umschifft. Und die hieß: Yoko Ono. Wer einen Abend über John Lennon machen will, kriegt es auf jeden Fall mit der Witwe des Ex-Beatle zu tun, die sehr genaue Vorstellungen davon hat, was sie sehen will und was nicht. Im zweiten Anlauf hat Schröder, Direktorin des Thüringer Staatsballetts, die streitbare Yoko...
Gutes Zeichen, wenn nach dem letzten Ton nicht sofort dröhnender Applaus in die Stille donnert. So geschehen bei der Chemnitzer Uraufführung des Tanzstückes «Winterreise» von Robert Bondara zum Lieder-Zyklus von Franz Schubert. Schon wenn im zunächst leeren Bühnenraum von Hans Winkler bedrohliche Wände aus Eis herunterfahren und sich die Pianistin Anna Beinhauer an...
