Neue Serie: Master-Macher
In Pina Bauschs «1980» gibt es eine Szene, da fragt Lutz Förster: «Wovor hast du Angst, Malou?» – «Routine», antwortet sie – wahrheitsgemäß. Daran hat sich bis heute nichts geändert. «Wenn ich Routine fühle, höre ich auf», sagt Malou Airaudo, auch wenn ihre Biografie bei allen Extravaganzen recht beständig wirkt. Als Siebenjährige nahm sie in ihrer Heimatstadt Marseille erstmals Ballettunterricht, seit 59 Jahren tanzt sie, seit 30 Jahren choreografiert und unterrichtet sie als Professorin für Zeitgenössischen Tanz an der Folkwang Universität der Künste in Essen.
Keine Routine? «Noch nicht. Es sind so viele verschiedene Projekte und Menschen», sagt die Künstlerin und Pädagogin. Im September 2012 hat sie eine neue Aufgabe übernommen: Malou Airaudo wurde Leiterin des Instituts für Zeitgenössischen Tanz an der Hochschule. Sie folgte auf Lutz Förster, der das Tanztheater Wuppertal unter seine Fittiche nahm und sich dafür karenzieren ließ.
Eigentlich wollte Malou Airaudo in Rente gehen. Aber nach so langer Folkwang-Zugehörigkeit fühlte sie eine Verantwortung. Sie habe noch so viel Kraft gehabt und so viel zu geben: ihre Erfahrungen mit klassischem und modernem Tanz, mit dem Ballet Russe ...
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Tanz März 2014
Rubrik: praxis, Seite 72
von Bettina Trouwborst
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