Im Mousonturm
Im Mousonturm in Frankfurt/Main steht ab dem 15. Dezember ein «Gebetomat». Ihn stellt unser langjähriger Autor, der Hörspielmacher und Regisseur Oliver Sturm, auf: zum 20. Geburtstag des seit zwanzig Jahren von Dieter Buroch geleiteten Künstlerhauses. Für 50 Cent werden Gebete aus allen großen und kleineren Religionen erhört. In seinem beichtstuhlähnlichen Gehäuse, einem idealen Rückzugsort, darf innig geglaubt werden – auch an die Kunst. Die eigentlichen Feierlichkeiten finden am 29. Dezember statt.
Die Tanzabteilung der hiesigen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst tanzt William Forsythes «The Loss of Small Detail», Dieter Buroch wird danken. Und VA Wölfl, der Düsseldorfer Künstler und Choreograf, will ihn dafür mit einer Gegenrede ins Gebet nehmen: Dieter Buroch sei ein wahrhaft Glaubender; er habe die Gabe, Künstlern blind vertrauen zu können. In Vertrauen steckt auch das Wort Treue, fidelitas. Dafür sei sein Tastsinn, wie es sich für jeden Blinden geziemt, deutlich ausgeprägt und mahne ihn zur Vorsicht; unvertraute Wege gehe Buroch weit weniger gern als ein Sucher in der Wüste.
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